Die französische Umweltministerin Ségolène Royal hat sich für ihren Nutella-Boykottaufruf entschuldigt. Doch die Frage bleibt: Was können wir tun? Ilka Petersen, Palmölexpertin vom WWF, hat uns erklärt, dass es kaum saubere Alternativen zum Palmöl gibt.

Wer den Aufruf zum Boykott Ernst nehmen möchte, für den sind Tiefkühlpizza, Schokolade, Waschmittel und Lippenstifte genauso Tabu. Ilka Petersen weiß, dass Palmöl in fast jedem zweiten Produkt enthalten ist, das man im Supermarkt kaufen kann. Die beste Alternative sei momentan Kokosöl. Das wiederum wird in ähnlichen Gebieten wie Palmöl angebaut und hat dann dieselben ökologischen Konsequenzen, so die Expertin.

Zertifiziertes Palmöl ist eine Mindestvoraussetzung

Palmöl wächst eben gerade dort, wo der Artenreichtum hoch ist. Das Problem beginnt in Indonesien vor Ort: Es kommt darauf an, wie die Lizenzen vergeben werden. Auf ökologische Kriterien wird dabei häufig gar nicht geachtet, erklärt Petersen. Bevor eine Plantage angelegt wird, muss ein Auditor sich die Fläche genau ansehen. Er überprüft, ob es ein Primärwald ist, oder ob er von Orang-Utans bewohnt wird. Soziale Aspekte gehören auch dazu: Landnutzungsrechte müssen beachtet und Arbeitnehmer fair bezahlt werden.

"Bio-Palmöl nach den Kriterien des RSPO und nach Bio-Standard ist eine Alternative. Es bleibt aber schwierig, ein besseres Ersatzprodukt zu finden."

In asiatischen Ländern wird das Öl als Pflanzenfett genutzt - ganz normal zum Kochen. In Asien sitzen auch die Hauptkonsumenten. Da bleibt für uns nur die Lösung, insgesamt bewusster einzukaufen.

"Der Aufruf zum Boykott ist für uns nicht neu. Aber was soll ich denn dem Indonesier sagen, der mit seinem lokal produzierten Palmöl kocht?"

Palmöl sei einfach sehr schwierig zu ersetzen, so Petersen. Und für den Verbraucher sei es immer noch schwierig zu durchschauen, in welchem Produkt es enthalten ist.

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