Die Corona-Regeln von Anfang November wurden bislang nicht verschärft. Aber es gibt die klare Empfehlung, dass wir unsere Kontakte stark reduzieren sollen. Nur: Wie sagen wir anderen, dass wir sie nicht sehen wollen, ohne sie zu verletzen? Psychologin Laura Klimecki gibt Tipps.

Beim Bund-Länder-Gipfel wurden keine neuen Corona-Regeln beschlossen: Stattdessen wurde über die Beschlussvorlage zur Verschärfung der Regeln seit Anfang November heftig diskutiert. Aber es gibt die klare Empfehlung, dass wir unsere sozialen Kontakte stark reduzieren sollen.

Empfohlen wird, sich auf einen weiteren Haushalt zu beschränken, der dann zu den regelmäßigen Kontakten zählt. Die Empfehlungen könnt ihr hier nachlesen.

Die Empfehlung lautet: Kontakte stark reduzieren

Aber damit stellt sich die Frage: Wie entscheiden wir überhaupt, wen wir sehen und wen nicht? Die Psychologin Laura Klimecki rät dazu, erst einmal Prioritäten zu setzen und zu überlegen, wer oder was euch gut tut.

Dabei kann uns helfen, an den ersten Shutdown im Frühjahr zu denken und zu überlegen, was oder wer uns gut getan hat. Dabei sollten wir ruhig auf unser Bauchgefühl hören. Denn: "Nicht jede Entscheidung, die wir treffen, können wir rein rational begründen", sagt Laura Klimecki.

Es geht um Interessen, nicht um Positionen

Sobald wir uns entschieden haben, müssen wir anderen mitteilen, warum sie oder er nicht zu diesem einen regelmäßigen Kontakt zählt.

Laura Klimecki wünscht sich hier aber einen Perspektivwechsel. Denn es gehe nicht um Positionen, sondern um Interessen. "Das Wesentliche ist zu überlegen, welche Interessen haben die Leute." Was wollen Freunde und Freundinnen tatsächlich? Welches Interesse oder Bedürfnis gibt es da? Wenn wir das näher bestimmen können, dann können wir kreativ werden und ganz unterschiedliche Möglichkeiten nutzen.

"Ich kann Aufmerksamkeit und Wertschätzung nicht nur über einen einzigen Kanal zeigen oder vermitteln. Es gibt mehr Optionen."
Laura Klimecki, Psychologin

Zum Beispiel können wir mit witzigen Postkarten, die wir einmal pro Woche verschicken, unsere Wertschätzung und Nähe ausdrücken. Oder wir verabreden uns zu einem regelmäßigen Telefon- oder Videogespräch.

Vielleicht gibt es dann trotzdem noch Leute im Freundeskreis, die enttäuscht sind. Aber vermutlich sind die in einer ähnlichen Situation und müssen sich für oder gegen jemanden entscheiden.

"Beziehungsaufbau gelingt nur dann, wenn wir über Interessen verhandeln und auch ein Verständnis für die aktuelle Situation zeigen."
Laura Klimecki, Psychologin

Hinzu kommt, dass die Pandemie einfach eine besondere Situation ist. Sie stellt alle vor Schwierigkeiten und es geht nur miteinander – und dazu gehört auch Verständnis füreinander.