Die Modemarke Patagonia will bestimmte Kunden loswerden: nämlich die Banker der New Yorker Wallstreet. Die tragen gerne graue und blaue Westen im Outdoor-Schick. Einige Unternehmen aus der Finanzwelt lassen auf die Outdoor-Kleidung gleich ihre eigenen Logos sticken. Genau diese Leistung will Patagonia nicht mehr allen anbieten. Der Schritt sei eine Chance für das Label, so Andreas Pogoda, Werbeexperte der Brandmeyer Markenberatung.

Die Modefirma Patagonia begreift sich selbst als "Aktivisten-Unternehmen". Das Label gibt sich nachhaltig und fair - und an diesem Image will man festhalten. Man will nicht als Marke für Reiche gelten.

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Doch genau das könnte passieren, findet Patagonia. Es sind vor allem die Westen, die seit einigen Jahren in der New Yorker Finanzwelt angesagt sind: die "power vest". Auf die Weste gehört dann noch das Logo der Bank, für die man arbeitet. Dann ist gleich klar, wer wo hingehört. 

Das Besticken der Kleidung mit Logos ist eine Dienstleistung von Patagonia, die das Unternehmen nicht mehr allen Firmen anbieten will. Nur noch solchen, die selbst Umwelt- und Sozialstandards einhalten. Das macht einige Unternehmen aus der Finanzwelt zu Ex-Kunden.

Die Firmenkunden sollen Umwelt- und Sozialstandards einhalten

Patagonia wolle verhindern, dass man zur Marke für Reiche werde, so Andreas Pogoda von der Brandmeyer Markenberatung. Der Werbeexperte findet es wichtig, dass Unternehmen über ihre Kundschaft nachdenken und nicht nur über die eigenen Produkte und die Werbung dafür.

"Es ist wichtig zu wissen, dass zu einer Marke nicht nur Produkte, Werbung und Shops gehören, sondern auch die Kunden."
Andreas Pogoda, Werbeexperte der Brandmeyer Markenberatung

Der Schritt von Patagonia sei eine gute Chance, um das eigene Image zu schärfen und um sich von der Konkurrenz stärker abzuheben, so Andreas Pogoda. Aber natürlich müsse man dann auch liefern und die Ansprüche erfüllen.

Außerdem hat die Aktion Patagonia viel Rummel, PR und Werbung beschert. Das bringe unter Umständen neue Kunden, so Andreas Pogoda. Und es bindet jene Kunden noch stärker, die gerne bei den vermeintlich "Guten" einkaufen.

"Die PR- und Werbewirkung, die Patagonia erzielt hat, bringt mehr Käufer und Kunden als Schaden."
Andreas Pogoda, Werbeexperte der Brandmeyer Markenberatung

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