Plastik ist ein unverzichtbarer Teil unserer Welt. Es gibt aber Möglichkeiten, anders damit umzugehen, indem wir zum Beispiel mehr recyceln. Eine Alternative zu Plastik können aber auch biobasierte Kunststoffe sein. In der sechsten und letzten Folge ihres Podcasts "Gefährlich praktisch" beschäftigt sich Kerstin Ruskowski mit der Zukunft unserer Plastikwelt.

Neben den konventionellen Kunststoffen gibt es auch biologisch abbaubare und biobasierte Kunststoffe. Biologisch abbaubare Kunststoffe können Chemikalien enthalten. Biobasierte Kunststoffe bestehen oft aus nachwachsenden Rohstoffen wie zum Beispiel Holz, Milchsäure oder Kartoffelstärke.

Hans-Josef Endres ist Professor am Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe an der Hochschule Hannover. Er sagt, beim Recyceln von konventionellen Kunststoffen sei es wichtig, darüber nachzudenken, wie Rezyklate - also wiederverwertete Kunststoffe - in Zukunft besser eingesetzt werden können, um neue Produkte herzustellen. Außerdem müsse schon vor der Produktion von Kunststoffen über das Recyceln nachgedacht werden.

"Inzwischen ist das in den Köpfen angekommen, dass wir auch über Design for Recycling nachdenken. Das heißt, dass wir die Produkte so designen, dass wir sie besser recyceln können."
Hans-Josef Endres, Professor am Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe an der Hochschule Hannover

Einen anderen Ansatz verfolgt Wolfgang Hofer. Er ist verantwortlich für eine Forschungsanlage bei OMV, einem österreichischen Öl- und Gasunternehmen. In der Forschungsanlage wird aus Kunststoff wieder Öl gemacht. Denn Wolfgang Hofer sagt, bei jedem Recycling von Plastik, leide die Qualität.

"Bei jedem mechanischen Recycling wird die Qualität schlechter. Es ist auch so, wenn sich ein Kunststoff lange Zeit dem Licht aussetzt, der Sonne oder Temperaturschwankungen oder mechanischem Stress, dann wird der Kunststoff schlechter."
Wolfgang Hofer, Senior Expert New Technology, OMV Ölraffinerie Schwechat

Es wird viel geforscht, zu Plastik aus anderen Quellen als Erdöl und zu Recycling. Recycling halten viele Experten für das ökologisch Sinnvollste. Und auch die Politik ist aktiv geworden. Im Jahr 2015 hat die Europäische Kommission einen Aktionsplan vorgestellt. Ab 2021 sollen Einwegplastik-Artikel wie Strohhalme, Einwegbesteck oder Wattestäbchen EU-weit verboten werden. Bis 2025 soll mehr als die Hälfte aller Verpackungen aus Plastik recycelt werden. Und bis 2030 soll es keine Verpackungen aus Plastik mehr geben, die nicht recycelt werden können.

Eine Welt ganz ohne Plastik ist eher unrealistisch, aber jeder und jede kann sich fragen, was er oder sie tun kann, für ein nachhaltigeres Leben mit Plastik. Kerstin Ruskowski kann sich vorstellen, dass wir es alle zusammen schaffen können, das globale Plastikproblem zu lösen.