Wenn wir keine Lust auf bestimmte Arbeiten haben oder nicht wissen, wie wir sie anpacken sollen, schieben wir auf. Prokrastination ist aber kein Schicksal und lässt sich ändern.

Der erste Schritt gegen Prokrastination ist, zu erkennen, warum wir bestimmte Dinge aufschieben. Tabea Scheel hat sich intensiv mit der Aufschieberitis beschäftigt und erklärt: Wenn wir auf bestimmte Aufgaben keine Lust haben, oder weil die Arbeit keinen Spaß macht oder wir nicht wissen, wie wir die Arbeit angehen sollen, schieben wir sie auf.

"Gerade bei unstrukturierten und unklaren Aufgaben prokrastinieren wir eher, weil wir viel mehr nachdenken müssen, um anzufangen, und das hindert uns noch mehr."
Tabea Scheel, Arbeits- und Organisationspsychologin an der Universität Leipzig

Das Problem betrifft aber nicht alle gleich, weiß die Psychologin. Besonders gewissenhafte Menschen neigen zum Beispiel zur Prokrastination. Menschen mit viel Erfahrung, die motiviert sind oder sich dem Ziel verbunden sehen, prokrastinieren viel weniger. Mit hineinspielt auch die Erfahrungen, ob wir als Kinder und Jugendliche bestärkt worden sind oder uns etwas zugetraut wurde.

Studentenkrankheit Prokrastination

Studentinnen und Studenten leiden besonders häufig unter Prokrastination. Das läge aber auch daran, sagt Tabea Scheel, weil zwei Drittel der Studienteilnehmer aus dem studentischen Umfeld kommen. Gerade die erste Hausarbeit oder die Bachelor-Arbeit sind große Prokrastinationserfahrungen für Studenten und Tabea Scheel weiß, warum: Die Aufgaben seien unstrukturiert und am Ende stehe nur der Studienabschluss als das große Ziel.

"Es gibt Leute, die extrem leiden, weil sie extrem prokrastinieren."
Tabea Scheel, Arbeits- und Organisationspsychologin an der Universität Leipzig

Wer es schafft, einen schier unüberwindbaren Berg an Arbeit in kleine Teilziele und Etappen einzuteilen, sich am besten dafür auch noch Mitstreiter sucht, wird wahrscheinlich der Prokrastination entgehen. Außerdem neigen Menschen mit Menschen, die sich gut selbst kontrollieren oder regulieren können, weniger zu Prokrastination.

Menschen, die unter der Prokrastination leiden, können sich professionelle Hilfe holen. Bei schweren Fällen von Prokrastination stellt sich allerdings die Frage, so die Psychologin, ob nicht eine Krankheit vorliegt.

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