Das Team von Radio Hamburg protestiert öffentlich gegen seine Geschäftsführung: Mit der Kampagne "Wir sind Radio Hamburg" wollen die Mitarbeiter auf zunehmend schwierige Arbeitsbedingungen bei dem Privatsender aufmerksam machen. In "Was mit Medien" erzählen sie davon.

"Seit Jahren kein verlässlicher Inflationsausgleich, wir werden jedes Jahr ärmer. Keine Altersvorsorge, keine einheitliche und verlässliche Regelung für Prämien oder andere Vergütungen. Weihnachts- und Urlaubsgeld gibt es in vielen Verträgen nicht mehr", heißt es auf der Kampagnenseite "Wir sind Radio Hamburg".

Das Team von Radio Hamburg fürchtet deshalb auch um die Qualität des Programms: Die Mitarbeiterzahl sei seit Jahren rückläufig, am Personal werde gespart. "Wir befürchten einen fortschreitenden Qualitätsverlust des Programms, da wir einfach nicht mehr das leisten können, was wir können und wollen."

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Sparkurs auf Kosten der Qualität

"Radio Hamburg" ließe sich durch viele andere Sendernamen ersetzen: Nicht nur in Hamburg gibt es einen Sparkurs, nicht nur dort leidet das Programm unter immer neuen Einschnitten und schwierigen Arbeitsbedingungen.

Markus Brilsky und Nina Wonerow gehören beide zum Team von Radio Hamburg und sitzen in der Tarifkommission der Gewerkschaften DJV und ver.di. Sie beantworten die Frage, warum ihnen das Angebot des Senders - unter anderem 200 Euro mehr Gehalt, ein Mietkostenzuschuss von 2.400 Euro netto für die Volos und 37,5 Stunden Wochenarbeitzeit - nicht reicht.

Außerdem in "Eine Stunde was mit Medien":

  • Marcus Schuler, der als Korrespondent der ARD in den USA arbeitet, über die journalistische Hackordnung im Silicon Valley: Google, Apple und Co. bevorzugen bei Interviews und Akkreditierungen Tech-Websites und US-Medien, sagt er. Korrespondenten ausländischer Medien stehen oft in zweiter Reihe.
  • Das Bundesverfassungsgerichts hat geurteilt: Der Rundfunkbeitrag ist im Wesentlichen verfassungsgemäß. Medien-Journalist Daniel Bouhs erklärt die Details des Urteils und ordnet die Reaktionen darauf für uns ein.

Mehr zum Thema:

  • Medienfinanzierung: Wer bezahlt, bestellt  |   Die Medien in Deutschland sind frei, so legt es das Grundgesetz in Artikel 5 fest. Dennoch benötigen sie Geld, um ihre zugedachte Aufgabe für die Gesellschaft zu erfüllen.
  • Silicon Valley: Bitte keine Gewerkschaft   |   Gewerkschaften vertreten Arbeitnehmer - gerechte Arbeitszeiten, angemessene Bezahlung und so weiter. In den USA sind die aber nicht so weit verbreitet. Und besonders selten sind sie im hippen Silicon Valley.