Die Kampfpilotin Nicola Baumann hat schon immer davon geträumt, Astronautin zu werden. Jetzt ist ihr Traum greifbar nah. Gemeinsam mit der Meteorologin Insa Thiele-Eich hat sie sich gegen 400 Bewerberinnen durchgesetzt. Sie könnte die erste deutsche Astronautin im All werden.

Als Deutsche Astronautin zu werden, ist schwer. Die Europäische Raumfahrtbehörde ESA sucht nur alle zehn bis fünfzehn Jahre Astronauten aus, die letzte Runde war 2009. Dabei: keine einzige deutsche Frau. 

Geschafft hatte es die Italienerin Samantha Cristoforetti, ebenfalls Kampfpilotin. Sie flog 2014 ins All. Dass Deutschland bislang keine Frau in den Weltraum geschickt hat, ist nach Meinung von Nicola Baumann schon eher verwunderlich, weil Deutschland schon lange bei der ESA mit dabei ist und bereits elf Astronauten gestellt hat.

Nicola Baumann und Sebastian Sonntag
© Deutschlandfunk Nova
"Ich habe als Kind schon Star Wars und danach Star Trek gesehen und fand das wahnsinnig aufregend", sagt Nicola Baumann.

Nicola hatte ihre Bewerbung als Astronautin fest im Blick: Nach der Ausbildung zur Kampfpilotin bei der Bundeswehr hat sie Maschinenbau studiert, eine der Bedingungen, um sich überhaupt bei der ESA bewerben zu können. Bis 2020 wollte Nicola es geschafft haben, von der ESA angenommen zu werden. 

Das Auswahlverfahren "Die Astronautin" – eine private Initiative der Raumfahrt-Ingenieurin Claudia Kessler, über die Deutschlandfunk Nova mehrfach berichtet hat - kam ihr sozusagen wie gerufen. Ziel der Initiative ist es, noch vor 2020 eine deutsche Frau zur Internationalen Raumstation zu schicken. Nicola und Insa Thiele-Eich setzten sich gegen rund 400 Kandidatinnen durch.

Was Nicola ins All zieht, ist Abenteuer- und Forscherdrang: In der Raumstation mit High-Tech-Systemen zu arbeiten und einmal in der Schwerelosigkeit leben, ist ihr Wunsch. Derzeit erlebe die Raumfahrt eine Stagnation, sagt Nicola. Für die Zukunft sieht sie aber eine Aufbruchphase: 2025 rechnet sie mit einer Expedition zum Mond und später mit einer bis zum Mars, so "dass Menschen wirklich auf dem Mars stehen werden".

"Dieser technologische Aufbruch - ich finde das schon sehr spannend, was im Moment abgeht, wie sich das entwickelt und da ganz vorne dabei zu sein."
Nicola Baumann, Kampfpilotin und potentielle erste deutsche Astronautin

Ihre Begeisterung für Technik und Risiko lebt sie heute schon in ihrem Job als Kampfpilotin aus. Als Majorin in der Bundeswehr fliegt sie den Eurofighter. "Das ist einfach richtig geil", sagt Nicola, "ein bisschen so, wie wenn man einen coolen Sportwagen fährt oder eine super Achterbahn selber lenken darf". Kein Gegenverkehr, egal aus welcher Richtung, kein Tempolimit – absolute Freiheit. 

"Astronautin werden, war ein Traum, der aber sehr weit weg ist. Pilotin bei der Bundeswehr zu werden, ist deutlich realistischer."
Nicola Baumann, Kampfpilotin und potentielle erste deutsche Astronautin

Ob Nicola oder doch die Meteorologin Insa Thiele-Eich letztlich abheben wird, zeigt die Ausbildung beim Europäischen Astronautenzentrum, die jetzt beginnt. Bis zum Abflugdatum trainieren beide genau gleich, auf dem Programm stehen unter anderem Fitness- und Belastbarkeitstrainings. Am Ende könnte vielleicht auch das Los entscheiden, vermutet Nicola. Sie freut sich jetzt erst mal über die vielen neuen Dinge, die sie lernen und erfahren wird.

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74 Likes, 4 Comments - Die Astronautin (@dieastronautin) on Instagram: "Insa Thiele-Eich und @mrs.nicolabaumann 👩🏼‍🚀👩🏼‍🚀 Deutschlands beide ersten Frauen, die ihrem Traum..."
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