In Europa gibt es viele schöne Reiseziele, die aber ziemlich überlaufen sind. Nicht so voll, dafür aber unbedingt sehenswert, sind die Städte Vigo, Sofia und Tiflis - an der Grenze zwischen Europa und Asien.

Sofia - Wandern, Architektur, Feiern

Die Hauptstadt Bulgariens holt gerade in vielen Punkten auf. Zwar hat Sofia keine Strände zu bieten, dafür liegt Sofia in einer riesigen Ebene, direkt am Witoscha-Gebirge

2000 Meter hohe Gebirge mit Wanderwegen, Mountainbike-Trails und im Winter locken Ski- und Snowboardpisten. Mit der Straßenbahn kann man direkt aus der City in die Natur fahren und loswandern. 

"Mein Lieblingsort ist ganz im Zentrum von Sofia, das sogenannte religiöse Dreieck: eine bulgarisch-orthodoxe Kirche, eine Moschee und eine Synagoge. Hier leben die Religionen friedlich miteinander."
Stanislava aus Sofia
Ein gedeckter Tisch, Bachlauf im Wald und die Außenansicht eines Cafés.
© Till Optiz | Deutschlandfunk Nova
Gut essen, shoppen, feiern und wandern - alles in und rund um Sofia

An vielen Stellen in Sofia stehen noch Monumente im sozialistisch-brutalistischen Stil. Es gibt sogar ein eigenes Museum für sozialistische Kunst, eine Art Park voller Lenin- und Stalin-Statuen. 

Feiern und Shoppen in Sofia

Nachts kann man in Sofia gut feiern. Es gibt viele Hinterhofclubs in leer stehenden Gebäuden, einen neuen Stadtpark zum Chillen und viele Bars. In der breiten Fußgängerzone Witoscha-Boulevard gibt es Shops fast aller internationalen Brands. In den Seitenstraßen finden sich dagegen kleinere Designer- und Vintage-Läden.

"Viele Supermärkte und Shops in Sofia haben sonntags auf. Oft bis 22 Uhr."
Stanislava aus Sofia

Die Preise sind vergleichsweise günstig. Es gibt vegane Cafés, französische Bäckereien und angesagte Eisdielen. Die Gentrifizierung ist in Sofia also mit all ihren Vor- und Nachteilen voll im Gange.

Wie man hinkommt:

Nach Sofia fliegen einige Billig-Airlines von etlichen deutschen Städten. Vom Flughafen geht es mit der Metro in wenigen Minuten in die Stadt.

Ein solzialistisches Denkmal in der bulgarischen Hauptstadt Sofia.
© Till Opitz | Deutschlandfunk Nova
Sozialistisches Denkmal in der bulgarischen Hauptstadt Sofia

Vigo - Traumhafter Stadtstrand und Inselhopping

Vigo ist eine 300.000-Einwohner-Stadt im Nordwesten Spaniens, an der galizischen Atlantikküste. Direkt an der Grenze zu Portugal. Die Stadt selbst hat eine hübsche kleine Altstadt und einen sehr großen Fischereihafen. 

Im Hinterland wird Wein angebaut. Vigo selbst hat einen langen, weißen Stadtstrand. Das Highlight sind die Inseln Islas Cies, die Vigo vorgelagert sind. Sie sind unbewohnt, autofrei, stehen komplett unter Naturschutz und gehören zu einem Nationalpark.

Von Vigo aus fahren mehrmals täglich Boote zu den Islas Cies. Dort liegt laut der englischen Zeitung Guardian der schönste Strand der Welt.

"Die Praia das Rodas ist wirklich ein super, supertoller Strand: weiß, lang und selbst in der Hochsaison fast menschenleer. Man kann auch gut durch die grünen Hügel wandern und hat dort eine geniale Aussicht."
Andrea hat in Vigo gelebt
Blick auf die Islas Cies, vorgelagert vor der galizischen Stadt Vigo.
© Till Opitz | Deutschlanfunk Nova
Blick auf die Inseln Islas Cies, die vor der galizischen Stadt Vigo im Meer liegen.

Die Islas Cies eignen sich auch für Spaziergänge und Wanderungen durch Kiefern- und Eukalyptuswälder. In der Ferne sieht man die spanische Küste.

Wie man hinkommt:

Mit dem Zug. Wem das zu lang dauert, der kann statt nach Vigo nach Santiago de Compostela oder Porto fliegen. In diese Städte gibt es viele Flüge. Und nach Vigo fahren dann Shuttlebusse oder man nimmt einen Mietwagen.

Tiflis - Grüne Ebenen, Klöster und hohe Berge

Georgien liegt zwischen der Türkei und Russland, zwischen Europa und Asien. Es ist die ideale Destination für Naturliebhaber. Georgien ist ungefähr so groß wie Nordrhein-Westfalen, hat aber nur rund vier Millionen Einwohner. 

"Die Mischung aus weiten grünen Ebenen, alten Klöstern und bis zu 5000 Meter hohen Bergen ist einmalig."
Jochen, war vor kurzem in Georgien

Georgien ist fast zur Hälfte bewaldet, zum Teil noch mit echtem Urwald. Der World Wildlife Fund zählt Georgien wegen seiner Artenvielfalt zu den wichtigsten Ökoregionen der Welt. 

Tiflis - Hauptstadt von Georgien

In der Hauptstadt Tiflis leben über eine Million Einwohner. Die Stadt ist eine ganz wilde Mischung von Baustilen aller Epochen. Von Kirchen aus dem fünften Jahrhundert über sozialistische Bauten bis zu moderner Architektur ist in dieser Stadt alles zu finden. 

Highlight: Den besten Überblick hat man von einer Seilbahn, die über die Stadt führt.

Blick über die georgische Hauptstadt Tiflis.
© imago | imagebroker
Blick über die georgische Hauptstadt Tiflis.
"Tiflis hat viele kleine Clubs, die nicht zu posh sind."
Jochen, war vor kurzem in Georgien

Junge Georgier sprechen gut Englisch. Es ist relativ einfach, mit den Landesbewohnern in Kontakt zu kommen. 

Ein Leckerbissen: An jeder Ecke gibt es handgefertigte "georgische Nussriegel" aus Walnüssen und anderen Nussorten. Sehr lecker und ein gutes Mitbringsel.

Wie kommt man hin: 

One-Way-Flüge gibt es ab circa 120 Euro, zum Teil mit Umsteigen. Direktflüge nach Tiflis heben vom Frankfurter Flughafen ab. 

Tipps für Reiseziele: