In einem japanischen Roboter-Hotel hat es sich ausgerobotert: Vor vier Jahren noch als die Zukunft angekündigt, muss es jetzt die Hälfte seiner Roboterangestellten wieder entlassen — und durch Menschen ersetzen.

Im Jahr 2015 startete das japanische Hotel Henn-na oder auch "Weird Hotel" mit einem futuristischen Projekt: Ein Hotel, nur durch Roboter betrieben. Sie sollten alles erledigen, vom Check-In über den Koffertransport bis zur Erfüllung der ganz persönlichen Wünsche der Hotelgäste. Geklappt hat das mehr schlecht als recht. Besonders die Übernahme von motorisch komplexen Arbeiten wie Bettenüberziehen müsse für die Maschinen fast unmöglich gewesen sein, sagt Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter Konstantin Köhler.

Nur auf Standardsituationen programmiert

So beliebt das Hotel am Anfang auch war, das Konzept der Hotelmanager ging nicht wie erwünscht auf. Bald hagelte es Beschwerden über Beschwerden. Der Grund: Die Roboter waren nur für Standardsituationen programmiert, alles, was darüber hinaus ging, wurde ihnen zu kompliziert.

Sonderfälle, die Probleme machten:

  • Die Gepäckroboter waren nicht regenfest und durften somit nicht nach draußen. Der Hotelkomplex erstreckte sich aber über mehrere Gebäude.
  • An der Rezeption gab es Probleme mit ausländischen Pässen, die die Roboter nicht erkannten.
  • Der Butler-Roboter verwechselte das nächtliche Schnarchen eines Gastes als Anrede und sprach ihn deshalb immer wieder an. Der Gast konnte nicht mehr schlafen.

Kein Beispiel für den aktuellen Stand der Robotertechnik

Die Aussagekraft dieses Falls schätzt Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter Konstantin Köhler aber als gering ein. Hier zeige sich nur, dass mit Robotern gearbeitet wurde, die noch nicht komplett ausentwickelt waren. Weder Mechanik noch Motorik funktionierten gut. Hinzu komme noch die semantische Ebene, also die Sprachverarbeitung, und die Reaktionsfähigkeit auf unvorhergesehene Fälle, auf die die Roboter nicht vorbereitet waren. Die Hotelmanager hatten sich mit diesem Projekt vielleicht zu große Ziele gesteckt.

"Ein Hotel mit menschlichen Gästen gehört schon zu einem richtig schwierigen Szenario. Bei Industrieanlagen, wo jeden Tag dieselben Produkte hergestellt werden, sind die Anforderungen ja deutlich geringer."
Konstantin Köhler, Deutschland-Funk-Nova-Netzreporter

Dass es in den kommenden Jahren mehrere Projekte in diese Richtung geben wird, davon ist Konstantin Köhler überzeugt. Deshalb müsse man aber nicht gleich von der Dystopie der weltbeherrschenden Roboter sprechen. Denn im Endeffekt haben wir Menschen die letzte Entscheidung: Wir können in ein Hotel gehen, das von Robotern betrieben wird oder wir lassen es.

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