Kaiser Justinian wollte im römischen Reich einen Raum gleichen Rechts schaffen. Er ließ römische Gesetzestexte sammeln und einen Kodex erstellen: den Corpus iuris civilis.

Der oströmische Kaiser Justinian (482 - 565) wollte als einer der großen Regenten in die Geschichte des römischen Reichs eingehen. Dazu gehörte der Versuch, das alte Imperium Romanum wieder herzustellen:

Justinian schickte Truppen rund um das Mittelmeer und eroberte in seiner Regentschaft Italien und die gegenüberliegende Küste Kleinasiens, die nordafrikanische Mittelmeerküste und einen Teil des von Westgoten beherrschten Spaniens zurück. Neben dieser "restauratio imperii" wollte er auch einen Raum gleichen Rechts schaffen.

Kodex wird wichtiges Gesetzgebungswerk in den kommenden Jahrhunderten

Dazu ließ Justinian die römischen Gesetze und ihre Kommentare sammeln und als Kodex zusammenfassen. Zwischen 528 und 533 waren Rechtsgelehrte und ihre Helfer damit beschäftigt, sämtliche römischen Gesetze ab der Regierungszeit Kaiser Hadrians (117 - 138) zu suchen und zu kodifizieren. Herausgekommen ist nicht nur eine erstaunliche Sammlung, die innerhalb von fünf Jahren zusammengetragen wurde, sondern auch ein Gesetzgebungswerk, das die Prozessführung in den kommenden Jahrhunderten wesentlich vereinfachte.

Außerdem hört ihr in Eine Stunde History:

  • Bastian Zahn von der LMU in München erklärt, was im corpus iuris civilis zu finden ist.
  • Mathias Schmoeckel ist Professor und Direktor am Institut für Deutsche und Rheinische Rechtsgeschichte und erläutert die Bedeutung der römischen Gesetzessammlung für das mittelalterliche Europa.
  • Susanne Benöhr-Laqeuer ist Juraprofessorin in Münster und zeigt auf, wie viel vom corpus iuris civilis heute noch in unseren Gesetzen enthalten ist.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld beschreibt den Beginn des Sammlung unter dem oströmischen Kaiser Justinian.
  • Deutschlandfunk-Nova-Autor Benedikt Schulz hat sich Gedanken darüber gemacht, wie der kaiserliche Hof in Konstantinopel Mitarbeiter für das aufwändige Werk gesucht haben könnte.