Russland hat gewählt: Wladimir Putin wird auch die nächsten sechs Jahre Präsident sein. Eine Überraschung ist das nicht, es ist sein bisher bestes Wahlergebnis - und es gab Unregelmäßigkeiten bei der Wahl.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Präsidentschaftswahl mit 76,7 Prozent gewonnen. Das teilte die Wahlkommission am Montag nach Auszählung von 99,8 Prozent der Stimmzettel mit. "Das ist ein Rekordergebnis", sagt Thielko Grieß, Deutschlandfunk-Korrespondent in Moskau, "noch nie haben mehr Menschen für einen Kandidaten gestimmt". Weit abgeschlagen dahinter auf dem zweiten Platz landet der Kommunist Pawel Grudinin mit knapp 12 Prozent.

Die Wahlbeteiligung galt als wichtiger Indikator für Putins Rückhalt in der Bevölkerung. Sechs Jahre zuvor hatte die Wahlbeteiligung nach offiziellen Angaben bei 65 Prozent gelegen, dieses Mal lag sie bei etwa 67 Prozent - das ist nicht ganz so gut, wie es sich die Regierung erhofft hatte. Und das obwohl die Regierung die Menschen mit Musik, günstigem Essen und mit Konzerttickets für die Erstwähler anlocken wollte. 

"Selbst am Geldautomaten habe ich auf dem Display den Aufruf gesehen, dass ich wählen gehen soll."
Thielko Grieß, Deutschlandfunk-Korrespondent

Für unseren Korrespondenten Thielko Grieß war das ein beispielloser Aufwand für mehr Wahlbeteiligung. Dass trotzdem mehr als 30 Prozent nicht zur Wahl gegangen sind, könnte das ein Indiz dafür sein, dass vielleicht doch ein bisschen zu viel Werbung gemacht worden ist, spekuliert er.

Unregelmäßigkeiten bei der Wahl

Auch sollen Wähler massiv unter Druck gesetzt worden sein, um überhaupt an der Wahl teilzunehmen. Oppositionsnahe russische Wahlbeobachter der Organsiation Golos registrierten rund 3000 Manipulationsversuche. Zum Beispiel:

  • Mehrfachabstimmungen
  • Stimmzettel sind bündelweise in die Urnen geworfen
  • Vor Öffnung der Wahllokale lagen bereits Stimmzettel in den Urnen 
  • Im Kaukasus sind Wahlbeobachter festgenommen und erst nach der Wahl freigelassen worden

In einigen russischen Republiken wie Tschetschenien oder auch auf der Krim gab es überhaupt keine Wahlbeobachter. 

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa hatte rund 600 Beobachter im Einsatz. Die Auswertung der Berichte werde allerdings noch viel Zeit in Anspruch nehmen, sagt Thielko Grieß: "Und ob es dann zu Urteilen kommt, davon bin ich nicht ganz überzeugt."

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