Vielerorts in Deutschland zerstören Saatkrähen Felder von Landwirt*innen. Das macht Betrieben nicht nur Ärger – sondern kostet auch Geld. Eine mögliche Lösung könnte die Jagd auf die Tiere sein. Allerdings sind sie geschützt, und Naturschützer sind gar nicht begeistert von dem Vorschlag.

Vielerorts in Deutschland zerstören Saatkrähen Felder und machen Lärm. Für Landwirt*innen sind beschädigte Felder nicht nur ärgerlich, sondern kosten auch viel Geld. Sie fordern deswegen, dass Saatkrähen in Deutschland zukünftig gejagt werden dürfen. Im Moment wird das durch das Bundesnaturschutzgesetz verhindert.

Gesetz schützt Krähen vor Jagd

Es handelt sich hierbei allerdings um ein sehr altes Gesetz. Saatkrähen waren eine Zeitlang gefährdet. Das hat sich geändert. Durch den Erlass hat sich die Population stark erholt. Deutschlandfunk-Nova-Reporter Nik Potthoff sagt, dass beispielsweise in der rheinland-pfälzischen Stadt Zweibrücken auf 34.000 Einwohner etwa 7.000 Saatkrähen kommen.

"In der rheinland-pfälzischen Stadt Zweibrücken kommen auf 34.000 Einwohner etwa 7.000 Saatkrähen. Die Population von Saatkrähen verdoppelt sich in Deutschland so circa alle vier Jahre."
Nik Potthoff, Deutschlandfunk Nova

Dass die Jagd auf die Vögel das Problem der Landwirt*innen lösen konnte, ist allerdings keineswegs sicher. So sagt Christoph Schramm vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Baden-Württemberg: "Eine Bejagung kann dazu führen, dass sich Kolonien aufspalten. Dann werden aus einer Kolonie zwei Kolonien. Die Probleme vervielfältigen sich. Das zeigt eindrücklich, dass eine Bejagung in keiner Weise zielführend ist", erklärt Christoph Schramm vom BUND.

Naturschützer*innen vs. Bäuer*innen

Viele Naturschützer*innen argumentieren außerdem, dass die Anzahl der Saatkrähen noch immer nicht so groß sei, dass es problematisch ist. Dem halten Landwirtinnen und Landwirte entgegen, dass die Zerstörung der Felder von Saatkrähen ein enormes finanzielles Problem darstellt. Die Kosten beliefen sich auf zehntausende Euro pro Landwirt*in, heißt es. Für die Verluste erhalten sie keine Entschädigungen.

Abseits der Jagd auf die Tiere starten einige Versuche, wie man die Tiere sonst noch loswerden könnte. Die Stadt Emmerich am Rhein hat dieses Jahr einen Modellversuch gemacht, berichtet Nik Potthoff: "In einem Park, wo es immer dutzende Nester gab, wurden vor der Brutzeit Wassersprinkler in zwei Bäume gesetzt. Durch die Bewässerung der Bäume haben die Krähen kein Nest gebaut."

Das Problem bei dieser Methode ist, dass man nicht ständig die Bäume bewässern kann. Zudem würde auch das auf Dauer viel kosten. Und im Zweifel suchen sich die Vögel zur Brut den nächsten Baum, erklärt unser Reporter.