Sascha Lobo kommt auf der re:publica 2018 richtig in Fahrt. Der Blogger hat die Nase voll von der mangelnden Courage seiner - wie er sie nennt - "nicht rechtsextremen Zivilgesellschaft".

Immer nur nach dem Staat zu rufen, der die Integration von Flüchtlingen bewältigen solle, reiche bei Weitem nicht aus, sagt Blogger und Buchautor Sascha Lobo in seiner "Kraftrede" auf der re:publica 2018. Einige von uns machten dabei eine Menge falsch, so sein Vorwurf. So mancher wolle dem Rechtspopulismus einen Populismus von links entgegensetzen, was Lobo für einen der größten Fehler überhaupt hält. 

Sascha Lobo: Mehr Mut und Aufbegehren von allen

Auch Antipopulismus sei kein Mittel. Stattdessen fordert er einen neuen Aufbruch und Courage von jedem einzelnen. Denn zurzeit würden sich die "Nicht-Rechtsextremen" immer mehr zurückhalten oder einfach nur dagegen sein. Nach Lobo ist das nur so etwas, wie ziellose Selbstbefriedigung. Er fordert vielmehr den individuellen Kampf. 

"Ich kämpfe für eine Gesellschaft, in der eine jüdische arbeitslose lesbische She-male im Bikini an jedem Ort betrunken, knutschend mit einer stillenden schwarzen behinderten Ex-Muslima mit Kopftuch, auf der Straße tanzen kann."
Sascha Lobo, Blogger und Buchautor

Mit der Forderung nach einer sozial-liberalen Demokratie für alle, egal welcher Herkunft, bringt er seine Botschaft auf den Punkt. Doch Deutschlands Fortschritte bei der Integration und dem Kampf gegen rechts seien ärmlich. 

Sascha Lobo hat am 2. Mai 2018 auf der re:publica in Berlin gesprochen. Der Titel seines Vortrages: "Pop und Antipop: Wie das Internet uns lehrte zu kämpfen" - wobei er mit den Kürzeln im Titel den Populismus und Antipopulismus meint.

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