Scampi sind eine Delikatesse und entsprechend teuer. Geschält sind sie aber kaum von Garnelen zu unterscheiden. Die sind wesentlich billiger. Bei einem Test des NDR ist jetzt aufgeflogen: bei Vapiano und Gosh steht zwar Scampi drauf. Drin sind aber Garnelen. Umwelttechnisch gesehen ist das egal: eigentlich geht beides nicht.

Was teuer ist, wird auch gut sein? Von wegen. Der NDR hat mal getestet, was da so auf den Tellern landet, wenn man sich Scampi bestellt. Und es sind… Garnelen! Die aber zum Preis von Scampi. Kein Wunder, dass die Geschäfte gut laufen bei Gosh und Vapiano.

Als Scampi dürfen nämlich nur Kaisergranat, Kaiserhummer oder Norwegischer Hummer bezeichnet werden. Diese kleinen Hummersorten sind orange und werden 5-10 Jahre alt. So ein ausgewachsener Hummer wird sogar bis zu 50 Jahre alt, wenn er nicht vorher auf irgendeinem Teller landet.

Was den Scampi so teuer macht

Im Gegensatz zur Garnele, die in den Thailand, Vietnam oder Bangladesh in großen Salzwasserbecken gezüchtet wird, werden Scampi wild gefangen. Die kleinen Hummer leben in der Nordsee, im Atlantik und im Mittelmeer in Höhlen im Schlammboden.

"Um die Scampis zu kriegen, muss ein ziemlicher Aufwand betrieben werden, das heißt man muss netze einsetzen, die über den Meeresboden schreddern und dabei fallen irrsinnig viele Beifänge an. Das geht eigentlich gar nicht!"
Thilo Maack, Meeresbiologe bei Greenpeace

Garnelen gehen aber auch nicht. Denn für die großen Zuchtbecken werden die Mangrovenwälder abgeholzt. Und weil Garnelenproduktion Massentierhaltung ist, werden in großem Stil Antiobiotika eingesetzt, damit die Bestände nicht krank werden, so wie Düngemittel. 90 Prozent der Garnelenproduktion werden außerdem ins Ausland transportiert. Die thailändische Bevölkerung hat davon also nichts. Zumindest nichts auf dem Teller.

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