Hoffnung für Schizophrenie-Patienten: Wissenschaftler konnten die quälenden Stimmen im Kopf mit einer Magnetstimulation vertreiben.

Viele Menschen, die an Schizophrenie leiden, hören Stimmen. Manchmal eine, manchmal viele unterschiedliche. Sie klingen so real, wie die Stimmen echter Menschen - auch wenn sie nur eine Simulation des Gehirns sind. 

"Alles, was wir wahrnehmen, das kann prinzipiell auch im Gehirn erzeugt werden. Wenn ein Areal überaktiv ist, kann es passieren, dass wir plötzlich eine Stimme hören, die eigentlich gar nicht da ist."
Henning Beck, Neurowissenschaftler und Science Slammer

Französischen Forscher haben nun für eine Pilot-Studie 30 schizophrene Patienten mit starken Magnetfeldern behandelt, mit der sogenannten transkraniellen Magnetstimulation (TMS). Bei einem Drittel der Testpersonen hat die Therapie angeschlagen, ihre Halluzinationen nahmen ab. Die Forscher sind sich sicher, dass sie den Ort im Gehirn gefunden haben, der für die "Stimmen" verantwortlich sei.

"Bei der TMS wird ein elektromagnetisches Feld auf den Kopf gelegt. Und dann kann ich die Nervenzellen von außen stimulieren."
Henning Beck, Neurowissenschaftler und Science Slammer

Mit dieser Technik könne man einer großen Gruppe von Nervenzellen einen Rhythmus vorgeben, in dem sie aktiv sein sollen, erklärt Neurowissenschaftler Henning Beck. Dazu müssen die Wissenschaftler die Zentren finden, die im Gehirn für Sprache zuständig sind und bei den Patienten von selbst Stimmen erzeugen.

Die TMS wird oft eingesetzt, erklärt Henning Beck, wenn es darum geht, bestimmte Gehirnareale zu aktivieren oder zu deaktivieren. Darum gibt es auch Studien dazu, wie die TMS bei anderen Beschwerden helfen könnte, etwa bei Tinnitus, bei Bewegungsstörungen nach einem Schlaganfall oder bei einer Depression.

Die französischen Wissenschaftler (Henning Beck gehört nicht zu ihnen) wollen nun weiter zu dem Thema forschen. Ihre Studien-Ergebnisse hatten sie bei einer Konferenz in Paris vorgestellt und noch nicht in einem Wissenschaftsmagazin veröffentlicht. 

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