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Zwei Männer erheben Anspruch auf den Thron von England. Geregelt ist nichts, also wird gekämpft. In der berühmten Schlacht von Hastings 1066 fällt die Entscheidung – sie ist außerdem der Beginn einer komplizierten Beziehung zwischen England und Frankreich.

Es ist kalt und nebelig in den Morgenstunden des 14. Oktober 1066, so wird es jedenfalls überliefert. In der Nähe des Ärmelkanals stehen sich die Heere von Harold Godwinson und William, dem Herzog der Normandie, gegenüber. Beide Männer erheben Anspruch auf den Thron von England, der seit dem Tod von König Edward umkämpft ist. Edward war einige Monate zuvor, im Januar 1066, kinderlos gestorben.

Harold Godwinson hatte sich zwar zum neuen König von England erklärt, hat sich aber nicht auf eine schriftliche Nachfolgeregelung berufen können. Edward hinterließ keine geregelte Nachfolge.

Nachfolge nicht schriftlich festgelegt

Diesen Umstand machte sich der normannische Herzog William zunutze, der König Edward während dessen langjährigen Aufenthalts in der Normandie kennen gelernt hatte. Nun beruft sich William, der auch als Wilhelm der Eroberer bekannt ist, auf ein Versprechen Edwards, ihn zu seinem Nachfolger zu machen.

Allerdings gibt es auch darüber kein Dokument, die Angelegenheit wird also auf dem Schlachtfeld bei Hastings geklärt, bei der circa 15.000 Soldaten kämpften. Sie dauert einen Tag und endet mit Harolds Tod bei Sonnenuntergang. Seine Soldaten fliehen und machen so den Weg frei für William, der sich im Dezember 1066 in Westminster Abbey zum englischen König krönen lässt.

Teppich dokumentiert Schlacht

Dokumentiert ist die Schlacht bei Hastings auf einem 68 Meter langen Teppich. Dieser Teppich von Bayeux erzählt in eintausend meist farbenprächtigen Darstellungen die Geschichte der Schlacht bei Hastings und den Beginn einer komplizierten Beziehung zwischen England und Frankreich, die in zahlreichen Kriegen und gegenseitigem Misstrauen bis in unsere Tage zu spüren ist.

So kam es zum Beispiel im Mai 2021 zu einem Konflikt zwischen Großbritannien und Frankreich um Fischerei-Rechte vor der britischen Insel Jersey im Ärmelkanal in der Bucht von Saint-Malo, 25 Kilometer vom französischen Festland entfernt.

Der britische Premierminister Boris Johnson schickte sogar zwei Kriegsschiffe, was Frankreich veranlasste ebenfalls zwei Schiffe vor dem Hafen von Saint Helier in Stellung zu bringen, der Hauptstadt Jerseys: Ein deutliches Zeichen für das Misstrauen zwischen den beiden Ländern, dessen Wurzeln vor knapp 1000 Jahren geschlagen wurden.

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Der Historiker Jörg Peltzer von der Universität Heidelberg beschreibt William den Eroberer, der 1066 den Kampf um Englands Krone gewann.
  • Die Großbritannien-Expertin Alheydis Plassmann von der Universität Bonn schildert das Verhältnis zwischen den beiden europäischen Großmächten Frankreich und England nach der Schlacht bei Hastings.
  • Die Deutschlandfunk-Frankreich-Korrespondentin Christiane Kaess und der langjährige Deutschlandfunk-England-Korrespondent Friedbert Meurer sprechen über den komplizierten Beziehungsstatus zwischen den beiden Ländern nach dem Brexit.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld erinnert an die komplizierte Geschichte der englischen und französischen Dynastien auf dem Thron von England.
  • Deutschlandfunk-Nova-Reporter Felix Schledde berichtet über die Schlacht bei Hastings und den Teppich von Bayeux, der von der Schlacht erzählt.