Viele von uns kennen das: Wir werden nachts wach und finden nicht mehr gut in den Schlaf. Oft passiert das zur "Wolfsstunde" – zwischen drei und vier Uhr. Das ist der Übergang von der ersten zur zweiten Nachthälfte, erklärt Schlafforscherin Christine Blume, die uns auch Tipps gibt, wie wir wieder in den Schlaf finden.
Wie wertvoll guter Schlaf ist, weiß man erst, wenn man ihn nicht hat. Nicht wenige von uns liegen nachts wach, versuchen das Gedankenkarussell zu stoppen und wälzen sich von links nach rechts, in der Hoffnung, wieder in den Schlaf zu gleiten – wenigsten noch ein bisschen ...

Offenbar werden viele von uns in der Zeit zwischen drei und vier Uhr nachts wach. Die Schlafforscherin Christine Blume erklärt, dass der dafür genutzte Begriff Wolfsstunde bereits in der Antike auftaucht und daher kommt, dass zu dieser Zeit nur noch die Wölfe wach waren.

Aus heutiger Sicht sei das Phänomen zu dieser Zeit aufzuwachen, aber erklärbar, sagt sie. Und zwar sei es der Übergang zwischen der ersten und der zweiten Nachthälfte. Der Zeitpunkt sei dabei zwar eher sekundär, augenscheinlich falle dieser Übergang aber häufig in dieses Zeitfenster.

"Der Schlaf verändert sich im Laufe der Nacht. In der ersten Nachthälfte laden wir – vor allem im Tiefschlaf – unseren inneren Akku auf."
Schlafforscherin Christine Blume.
© Michael Brauer
Schlafforscherin Christine Blume

Schlafforscherin Christine Blume betont, dass sich unser Schlaf im Laufe der Nacht verändert. Nachdem wir eingeschlafen sind, verfallen wir häufiger und länger in den Tiefschlaf und laden unseren Akku richtig auf, so Blume. Deshalb sei der "Schlafdruck" – wie sie es nennt – in der zweiten Nachthälfte nicht mehr so groß, weshalb dieser Schlaf aber nicht weniger wichtig sei. Allerdings sei der Zeitpunkt der sogenannten Wolfsstunde aus physiologischer Perspektive prädestiniert für ein erstes bewusstes Aufwachen.

Christine Blume betont das Wort bewusst, weil wir in der Nacht viel häufiger aufwachen, das nur meist gar nicht merken. Nach der ersten Nachthälfte ist die Wahrscheinlichkeit aber einfach groß, dass wir auch wach bleiben und mit dem Einschlafen Probleme haben.

Nachts sind wir mit unseren Gedanken allein

Zum einen fehlt uns für die zweite Nachthälfte der Schlafdruck, so Christine Blume. Zum anderen geht dann gerne das große Grübeln los – und wenn wir einmal im Gedankenkarussell drin sind, fällt es auch schwer, da wieder raus zu kommen, beschreibt sie. Außerdem: "Nachts gibt es keine Ablenkung und wir sind mit unseren Gedanken allein", so die Schlafforscherin.

"Wenn wir einmal anfangen zu Grübeln und das Gedankenkarussell losgeht, dann ist es schwer, das wieder zu stoppen."

Es gibt noch einige körperliche Faktoren, die das Gedankenkarussell begünstigen: Unsere kognitiven Leistungen sind mitten in der Nacht auf dem Tiefpunkt, sagt die Schlafforscherin. Das hängt unter anderem auch mit unseren Hormonen zusammen. Serotonin und Cortisol seien ebenfalls im Nachtmodus, so Blume, wodurch klares Denken nicht gerade gefördert werde. Kurz zusammengefasst: Durch das Grübeln geraten wir in Stress und das erschwert das Wieder-Einschlafen.

Tipps zum Wieder-Einschlafen

Christine Blume hat ein paar Tipps, wie es uns leichter gelingen kann, wieder einzuschlafen:

  • Nicht auf die Uhr schauen und am besten gar keine Uhr im Schlafzimmer haben. Das stresst nur.
  • Wenn das Gedankenkarussell beginnt, versuchen, nicht daran festzuhalten. Manche empfinden es als hilfreich, sich vorzustellen, die Gedanken in kleine Schiffchen zu setzen und sie flussabwärts fahren zu lassen.
  • Wenn wir eine Idee haben, die wir nicht vergessen wollen, sollten wir sie aufschreiben. Danach fällt es vielen leichter, wieder in den Schlaf zu finden.