Ed Sheeran, Coldplay oder Klassik – diese Musik funktioniert bei vielen Menschen gut, wenn sie Hilfe beim Abschalten und Einschlafen brauchen. Manche hören auch Metal. Das haben jetzt britische Forscher herausgefunden.

Christine Blume ist Schlafforscherin an der Universität Salzburg und hat sich die Studie der britischen Kollegen für uns genauer angeschaut. Dass viele Menschen eher ruhige Musik wie zum Beispiel Coldplay oder Ed Sheeran zum Einschlafen hören, verwundert sie nicht.

Drei Prozent der Befragten lassen sich aber auch von Heavy Metal in den Schlaf wiegen. Persönlich kann die Schlafforscherin das nicht nachvollziehen, aber: "So unterschiedlich Menschen sind, so unterschiedlich ist eben auch ihr Musikgeschmack." Und grundsätzlich sei relevant, welche Musik wir gewohnt sind zu hören und welche Erinnerungen und Emotionen wir damit verknüpfen.

Beim Einschlafen sind Rituale wichtig

Für den Einschlafeffekt mache es keinen Unterschied, ob wir die Musik über Boxen oder Kopfhörer auf uns einrieseln lassen, so Christine Blume, allerdings spiele es dabei natürlich eine Rolle, ob wir mit der Musik andere Störgeräusche übertönen möchten oder nicht: "Dann ist ganz klar, haben die In-Ear-Kopfhörer den Vorteil." Aber: spätestens wenn wir uns zum Schlafen auf die Seite drehen, stören sie uns.

"Musik kann ich selbst wählen, kann sie an meine Bedürfnisse anpassen und – ganz wichtig – kann sie jederzeit ausschalten."

Viele hören Musik, gleichzeitig gibt es aber auch Menschen, die sich schon am schweren Atem des Partners stören. Also ein Geräusch, das sie am Einschlafen hindert. Christine Blume sagt, dass die Menschen eben sehr unterschiedlich seien, was das Geräuschempfinden angeht. Und bei der Musik seien wir schließlich immer selber der Chef, um sie – je nach Stimmung – auszuwählen, leiser zu machen oder auszuschalten. Das gehe mit dem Atmen des Partners eben nicht.

"Die meisten von uns haben eine Art Ritual, um dem Körper zu signalisieren, es ist Zeit, den Tag zu beenden und sich auf die Nacht einzustellen."

Generell seien beim Einschlafen Rituale sehr wichtig. Bei manchen sei es vielleicht das Ritual, ein bisschen Musik einzuschalten, bei anderen sei es die Tasse warme Milch vor dem Zubettgehen. Dazu gehöre auch das Zähneputzen, bei manchen vielleicht ein warmes Bad und anderen Menschen "Gute Nacht" zu wünschen. Vom Abendritual ausgeschlossen werden sollten Smartphones, Tablets und Laptops, rät Christine Blume, weil deren bläuliches Licht uns wach macht.

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