Müde oder nicht müde - die Innere Uhr regelt deutlich mehr als das, zum Beispiel die Aktivität von Niere und Leber. Herauszufinden, wie sie tickt, ist gar nicht schwierig.

Manche Menschen sind eher Frühaufsteher, andere schreiben bis spät in die Nacht hinein produktiv an ihrer Dissertation. Das ist nicht nur wissenschaftlich untersucht, sondern auch durch eigene Erfahrung lange bestätigt.

Es ist hingegen noch nicht sehr lange bekannt, wie intensiv unsere Innere Uhr auf unseren Körper wirkt. Denn da geht es nicht nur um müde oder nicht müde, sondern zum Beispiel auch darum, wann welche Organe wie stark aktiv sind, wann unser Herz-Kreislauf-System wie arbeitet und welche Stoffwechselprozesse zu welcher Zeit ihren Höhepunkt erreichen.

"Konstant gegen seine Innere Uhr zu leben, macht krank."
Achim Kramer, Biochemiker, Charité Berlin

Das alles wird unter anderem von Chronobiologen untersucht – mit konkreten Zielen. Sind über einen Menschen etwa die zeitlichen Rhythmen der Organe bekannt, zum Beispiel die der Leber, können Medikamente zielgerichteter verabreicht und im besten Fall Nebenwirkungen reduziert werden.

Aber auch für unseren Alltag kann das Hören auf die Innere Uhr sinnvoll sein. Bevor wir hier aktiv werden, müssen wir allerdings wissen, welcher Chronotyp wir sind – also wie die eigene Innere Uhr tickt. Dazu gibt es unter anderem zwei Möglichkeiten:

  • Einen Fragebogen ausfüllen, der das tägliche Schlaf- und Arbeitsverhalten abfragt, und von Experten analysieren lassen.
  • Einen Bluttest machen lassen, der per Genanalyse den Chronotyp ermittelt.

Mit dem Wissen, wie die eigene Uhr tickt, sollten wir ein paar einfache Dinge berücksichtigen, zum Beispiel Schlafenszeiten oder ob man eher die Früh- oder Spätschicht macht. "Konstant gegen seine Innere Uhr zu leben, macht krank", sagt der Biochemiker Achim Kramer an der Charité Berlin, der den Bluttest mitentwickelt hat.

Innere Uhr beeinflussen: Licht hilft

Die Innere Uhr zu verändern, ist nur bedingt möglich, denn sie ist genetisch festgelegt. Was ein bisschen helfen kann: bewusst mit Licht umgehen. Wer eigentlich abends aktiv ist, aber früh aufstehen muss und nicht auf Schlaf verzichten will, sollte abends nicht mehr so viel vor Lichtquellen wie dem Fernseher oder dem PC sitzen. Um morgens weniger müde zu sein, kann rausgehen helfen – allerdings nur, wenn es schon hell ist. Achim Kramer: "Viel Licht kann dazu führen, dass aus einem späten ein eher früher Typ wird."

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