Es ist offiziell Winter. In manchen Teilen Deutschlands gab es sogar schon erste Schneeflocken. Weiße Wiesen? Da könnte der verstaubte Schlitten endlich wieder mal zum Einsatz kommen! Aber Vorsicht: Schon bei langsamen Geschwindigkeiten kann es gefährlich werden. Helme können schützen.

Es schneit, die Freude ist groß und alle greifen schnell zum Schlitten, um die schneebedeckten Hügel herunterzufahren. An einen Helm denken da die wenigsten. Der wäre aber eine gute Idee: Forschende der TU Graz zeigen in einer Crashtest-Simulation, wie stark wir uns verletzen können, wenn wir beim Schlittenfahren auf einen Helm verzichten.

Kopfverletzungen, Rippen- und Oberschenkelbrüche

Wo schlittentaugliche Wiesen sind, gibt es oft auch Bäume in der Nähe. Forschende der Technischen Universität Graz haben jetzt in einem Computersimulations-Experiment gezeigt, dass ein Aufprall beim Schlittenfahren ohne Helm schon bei Geschwindigkeiten von bis zu zehn Kilometer pro Stunde schwere Kopfverletzungen verursachen kann. Ab 20 km/h können noch Rippen- und Oberschenkelbrüche hinzukommen.

"Ganz klar: Hauptrisikobereich ist der Kopf, weil man typischerweise leicht vorgebeugt auf dem Schlitten sitzt."
Jan Bungartz, Deutschlandfunk Nova

Sitzen zwei Personen auf dem Schlitten, etwa eine erwachsene Person und ein Kind, besteht bei einem Aufprall gegen ein unnachgiebiges Hindernis die Gefahr einer Quetschung – genau dann, wenn die kleinere Person vorne auf dem Schlitten sitzt und der größere Mensch dahinter. Kinder beziehungsweise die kleinere Person sollten also besser hinten sitzen bei der Schlittenfahrt.

Computersimulierte Crashtests des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) und des Instituts für Fahrzeugsicherheit der TU Graz demonstrieren das Verletzungsrisiko beim Schlittenfahren.
© TU Graz / VSI
Die Simulation zeigt: Die kleinere Person sitzt hinten sicherer.

Anders als im realen Leben hat sich bei dem computersimulierten Experiment der Forschenden niemand verletzt. Sie zeigten anhand von Crashtest-Dummies, zu welchen Verletzungen es bei einem frontalen Aufprall gegen einen Baum oder auch eine Liftsäule im Kopf- und Nackenbereich kommen könnte. Und das Risiko ist hoch: Alleine in Österreich kommt es pro Jahr durchschnittlich zu gut 2200 Rodelunfällen, im Schnitt enden zwei davon mit dem Tod.

Mit Helm und Weitsicht fahren

Die klare Empfehlung der Forschenden: Ein Helm rettet im Zweifel Leben. Der kann die Schwere der Verletzung bei einer Geschwindigkeit von bis zu 25 Kilometern die Stunde deutlich reduzieren.

Aber auch der Schutz durch einen Helm hat Grenzen: Ist die Schlittenfahrt schneller als 25 Kilometer die Stunde und Fahrende steuern ungebremst auf ein Hindernis zu, helfe auch ein Helm nicht vor starken Verletzungen, so die Forschenden. Hier hilft nur Weitsicht.

"Wenn es zu schnell wird auf dem Schlitten, dann sollte man schon genau wissen, was man tut. Und man sollte einen großen Bogen um alles machen, was nach Baum aussieht."
Jan Bungartz, Deutschlandfunk Nova