Momentan werden Stoffmasken angeboten, die eine wiederverwendbare Alternative zu OP- oder FFP2-Masken sein sollen. Gerade für Letztere fehlen aber offizielle Zertifizierungen. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin ist zaghaft, wenn es um antivirale Masken geht.

FFP2- und OP-Masken sind in der Regel Einmalprodukte: Waschen und unendlich oft wiederverwenden geht mit ihnen nicht, wenn sie ihre Schutzfunktion behalten sollen. Das sorgt für mehr Müll, der auch auf den Straßen liegt und in Gewässern schwimmt.

Von verschiedenen Herstellern gibt es deshalb Stoffmasken, die eine nachhaltige Alternative sein sollen. Aktuell vermarktet zum Beispiel der US-Rapper Will.I.Am eine futuristisch aussehende Gesichtsmaske, die er zusammen mit dem Konzern Honeywell auf den Markt bringt.

Hightech-Schutzmaske

Die Maske soll 300 US-Dollar kosten, hat integrierte Noise-Cancelling-Kopfhörer und soll laut Hersteller mit sogenannten Hepa-Filtern ausgestattet sein. Das sind Partikel-Filter, die kleinste Teilchen aus der Luft herausfiltern können. In der höchsten Partikel-Filter-Qualität filtern sie auch Aerosole heraus.

Welcher Filter-Typ für die Maske verwendet wird, lässt der Hersteller – zumindest auf seiner Webseite – offen, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Timo Nicolas. Was er dort aber deutlich macht, ist, dass die Maske keine zertifizierte Atmenschutzmaske ist. Auch hat sie offiziell nicht die gleiche Schutzfunktion wie eine FFP2- oder OP-Maske.

Kein offizieller Ersatz für die FFP2-Maske

Eine Filterwirkung, die der einer FFP2-Maske nahekommt, verspricht auch das Schweizer Unternehmen Livinguard mit seiner Stoffmaske. Der Mund-Nasen-Schutz, den zum Beispiel die Drogeriemarktkette DM anbietet, könne wohl gewaschen und bis zu 210 Mal wiederverwendet werden, so der Hersteller.

Die speziell beschichtete Oberfläche der Maske soll Viren beim Einatmen an der Außenseite der Maske abwehren und sie ungefährlich machen, was die Virenlast laut Hersteller um mehr als 99 Prozent reduziert. Das bestätigen auch Forschende der Freien Universität Berlin und der RWTH Aachen.

Auf seiner Webseite gibt der Hersteller an, dass die Stoffmaske als medizinische Maske Typ I zertifiziert ist und damit eine Alternative zur OP-Maske sei. Für FFP2-Masken sind sie bislang kein Ersatz. Und auch im Alltag könnte es beispielsweise beim Einkaufen schwierig werden, erläutert Deutschlandfunk-Nova-Reporter Timo Nicolas, weil sie optisch eben "nur" nach einer Stoffmaske aussehen.

"Einfache OP-Masken sollen sie ersetzten. Weil es eben eine Stoffmaske ist, sieht man ihr das aber nicht an. Im Zweifelsfall musst du also mit der Security vor dem Supermarkt gut argumentieren, damit sie dich trotzdem damit reinlassen."
Timo Nicolas, Deutschlandfunk Nova

Gesundheitsbedenken seitens Behörden

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin verweist bei Masken mit viruzid wirkenden Stoffen – also solchen, die Viren inaktivieren – auf mögliche Gesundheitsbedenken beim Einatmen und schreibt auf seiner Webseite: "Da derzeit weder der Nutzen einer viruziden/antiviralen Ausrüstung von Masken nachgewiesen ist, noch deren Unbedenklichkeit behördlich überprüft wurde, sieht die BAuA davon ab, den Einsatz solcher Masken zu empfehlen."