Drei von vier Deutschen gucken während des Fernsehens nebenbei auf ihr Smartphone, das Tablet oder das Notebook. Sie schauen auf einen Second Screen - den zweiten Bildschirm neben dem Fernseher. Für viele Experten ist das das Todesurteil für den Fernseher.

Fernseher an, auf die Couch setzen, in der einen Hand die Fernbedienung, in der anderen das Smartphone. Drei von vier Deutschen gucken nicht einfach nur auf ihren TV-Bildschirm, sondern auch noch auf mindestens einen weiteren Bildschirm - den Second-Screen. Das hat das Beratungs- und Marktforschungsinstitut Initiative herausgefunden. Am höchsten ist die Quote - wen wundert es - bei den 14 bis 29-Jährigen. Hier sind es 87 Prozent, erklärt Netzautor Konstantin Zurawski. Am häufigsten recherchieren Second-Screen-Nutzer Informationen über das aktuelle TV-Programm. Erst dann kommen Online-Shopping und Kommunikation, zum Beispiel über WhatsApp.

Todesurteil für den Fernseher

"Mobile killed the TV-Star" - das würde Jürgen Kroder vom Basic-Thinking-Blog singen, wenn er singen könnte. Er sieht im Seconscreening das Ende des klassischen Fernsehprogramms.

"Das Fernsehprogramm scheint mittlerweile so langweilig, dass viele es nur noch als Berieselung im Hintergrund laufen lassen, während man sich auf Smartphones, Tablets oder Notebook mit anderen Dingen beschäftigt."

Jürgen Kroder hat sogar noch eine zweite Todesursache für den Fernseher ausgemacht: Streaming-Angebote wie Netflix. Dadurch verwandelt sich das Smartphone, Tablet oder Notebook vom Second-Screen zum One-and-only-Screen - der Fernseher wird überflüssig. Oder wie es der Netflix-Gründer Reed Hastings der Frankfurter Allgemeinen gesagt hat: "Ich vergleiche die Sender gerne mit dem Telefon. Natürlich gibt es noch das Festnetz. Aber das benutzt kein Mensch."