• Abonnieren
  • Spotify
  • iTunes
  • Google

In der Schweiz eröffnet der erste Secondhand-Laden für Outdoorkleidung. Denn möglichst häufig und lange Klamotten tragen, macht ohnehin Sinn. Vor allem aber, weil in der Funktionskleidung Kunststoffe verarbeitet werden, die nicht biologisch abbaubar sind.

Häufig besteht Outdoor-Kleidung aus Kunststoffen, also aus Plastik und damit auch in Teilen aus Erdöl, das nicht biologisch abbaubar ist. Der Kunststoff sorgt aber dafür, dass zum Beispiel Jacken oder Hosen wasserdicht, schmutzabweisend und atmungsaktiv sind. All das, was Outdoor-Kleidung eben ausmacht.

Hinzu kommen Chemikalien, die in den Klamotten für draußen verarbeitet werden. Dazu gehören zum Beispiel Imprägniermitteln. "Als besonders problematisch wird dabei ein Stoff angesehen: nämlich PFC", sagt unsere Reporterin Anke van de Weyer. PFC steht für per- und polyfluorierte Chemikalien – auch die sind nicht biologisch abbaubar. Außerdem würden diese teilweise in Verdacht stehen, krebserregend zu sein, so Anke.

"Sehr häufig besteht Outdoor-Kleidung aus Kunststoffen. Hinzu kommen Chemikalien, die in den Klamotten verarbeitet werden."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Kritik gibt es aber nicht allein an den Materialien, sondern auch daran, wie der Modemarkt für Outdoor-Kleidung funktioniert. Auch hier werden die Saison-Zyklen immer kürzer: Das heißt, neue Kollektionen kommen immer schneller auf den Markt. "Das ist natürlich das Gegenteil von nachhaltig", sagt Anke. Der Ruf von Funktionskleidung habe deshalb vor allem bei den Leuten gelitten, die nachhaltige Kleidung tragen wollen.

Outdoor-Kleidung: Erste Initiativen für mehr Nachhaltigkeit

Erste Unternehmen reagieren auf die Kritik. Manchen Firmen experimentierten mit Stoffen natürlichen Ursprungs, so Anke. Andere setzten, falls machbar, auf recycelte Kunststoffe.

Die sind dann häufig aus alten Plastikflaschen hergestellt. "Das ist immer noch besser als neuen Kunststoff herzustellen", sagt Anke. Aber trotzdem bleibt weiterhin die Frage: Was passiert, wenn die Klamotten am Ende ihres Lebenszyklus angekommen sind? Also, wenn sie aus dem Kleiderschrank aussortiert werden?

"Der Ruf von Funktionskleidung hat in den letzten Jahren ein bisschen gelitten."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Denn Kleidung zu recyceln, sei schwierig bis unmöglich, so Anke. Häufig besteht zum Beispiel eine Jacke aus vielen unterschiedlichen Materialien: Das Obermaterial zum Beispiel ist aus einem anderen Kunststoff gefertigt als die Klettverschlüsse an den Ärmeln und/oder das Innenfutter. Doch sobald mehr als eine Kunststoffart verarbeitet wird, lässt sich ein Kleidungsstück nicht einfach komplett schreddern und zu neuem Kunststoff verarbeiten.

Secondhand für Outdoor-Klamotten

Deshalb ist es sinnvoll, Outdoor-Kleidung möglichst lange zu tragen – und eben auch als Secondhand. In der Schweiz hat genau dafür der erste Laden eröffnet. Und es gibt mehr Alternativen: Auf Online-Plattformen könnt ihr eure eigenen alten Funktionsklamotten weiterverkaufen oder eben Outdoor-Kleidung von anderen kaufen und tragen bevor sie auf dem Müll landet.

Es gibt auch Plattformen im Netz, auf denen ihr euch Kleidung oder auch Ausrüstung leihen könnt. Das ist vor allem sinnvoll, wenn man nur für ein oder zwei Touren spezielle Klamotten braucht. Manche Marken nehmen Produkte auch wieder zurück und verkaufen sie dann weiter.