Der Senegal liegt am Atlantik und verfügt über lange Sandstrände. Doch zu viel Sand wurde abgebaut – mit Folgen für die Umwelt. Sand darf nur noch abbauen, wer dafür eine Genehmigung hat. Doch die Sanddiebe holen weiter Sand, um zu überleben.

Sand ist ein beliebter Rohstoff und wird meist zum Bauen verwendet. Die Menschen im Senegal haben sich mit dem abgraben von Sand ihren Lebensunterhalt verdient. Rund 30 Prozent der Bevölkerung lebt von weniger als zwei Euro am Tag.

"Die Versuchung, sich mit Sanddiebstahl Geld zu verschaffen, die ist eindeutig da."
Jens Borchers, Korrespondent in Westafrika

Seit 15 Jahren ist der Sandabbau eingeschränkt, zu viel wurde an den Stränden in der Vergangenheit abgebaggert. Für die arme Bevölkerung ist die Versuchung aber zu groß. Sie holen mit Schubkarren weiter illegal Sand. Mit Pferdekarren liefern sie dann den Sand aus. Für so eine Fuhre bekommen sie umgerechnet zwischen drei und fünf Euro.

Sand wichtig für Hausbau

Der geklaute Sand wird meist auf Baustellen in der Hauptstadt Dakar genutzt. Meist wird er zum Anmischen von Beton benutzt - ein Drittel Zement, zwei Drittel Sand. Für ein kleines Einfamilienhaus werden mehrere Tonnen Sand gebraucht.

Wer an die Alternative Wüstensand denkt, wird enttäuscht: Dieser eignet sich  nicht für den Bau.

"Der Wüstensand ist nicht für den Bau geeignet. Die Körner sind zu klein und abgerundet. Beton aus Wüstensand angemischt würde zerbröseln."
Jens Borchers, Korrespondent in Westafrika

Inzwischen ist an manchen Küstenstreifen der Sand derart geschrumpft, dass er keine natürliche Barriere mehr gegen das anrollende Meer bildet. Das Meer dringt dann schrittweise immer weiter Richtung Land vor. In der Küstenstadt St. Louis, im Norden des Landes, ist genau das bereits passiert. Das Meer hat die Häuser erreicht und zerstört. Daraufhin mussten 10.000 Menschen in umgesiedelt werden.

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