Peter Abualzolof hat einen guten Job im Silicon Valley, aber er verlässt Freiheit und Wohlstand, um in Ramallah ein Start-Up zu gründen. Seine Eltern verstehen die Welt nicht mehr.

Als Peter Abualzolof den Entschluss fasst, sein bequemes Leben in Kalifornien aufzugeben, ist er Mitte 20. Er gesteht es seinen Eltern erst kurz vor dem Abflug nach Ramallah - und die verstehen die Welt nicht mehr. Sie waren nach Amerika gezogen, als Peter noch klein war. Doch das bessere Leben, das sie ihm bieten wollten, gibt er nun auf.

"Ich hatte definitiv das, was man 'American dream' nennt: Einen Studienabschluss, einen guten Job. Aber als ich von einem Besuch in Palästina zurückkam, fühlte es sich falsch an, in den USA zu bleiben."

Heute sitzt Peter in T-Shirt und Jeans in einem schicken Büroturm aus Glas in einem der besseren Viertel Ramallahs. Von hier aus führt er mit neun Mitarbeitern sein Start-Up Mashvisor, das - kurz gefasst - Immobilien bewertet und potentielle Käufer berät. Damit ist er sehr erfolgreich. Mittlerweile berichten international angesehene Wirtschaftsmagazine regelmäßig über das Unternehmen. 

"Ich möchte etwas mit Bedeutung machen. Ich möchte den Menschen einen anderen Eindruck von Palästina geben."

Den Wechsel vom Silicon Valley nach Ramallah bereut der 29-Jährige nicht. Er mag die Einfachheit seiner Heimat. Im Supermarkt gebe es statt 20 verschiedener Shampoos nur drei, sagt er. Aber natürlich fehlt ein Stück Freiheit: Dass er nicht an den Strand kann, beispielsweise. Der ist in Israel, und da darf er nicht hin. 

Mehr zum Westjordanland: