Seit sechs Jahren lebt Simone mit einem neuen Herz. "Ich habe ziemliches Glück gehabt", sagt sie. Denn eine Organspende rechtzeitig zu bekommen, ist nicht selbstverständlich.

Simone war 20 Jahre alt, als ihr ein neues Herz transplantiert wurde. Dass mit ihrem eigenen etwas nicht stimmt, bemerkte sie zunächst gar nicht. Bei einer Routineuntersuchung fiel auf: Der Herzton klingt nicht normal.

"Ich muss mit 15 oder 16 eine schwere Erkältung oder Grippe gehabt haben, die ich verschleppt habe, und die dann leider auf den Herzmuskel übergegangen ist."
Simone Georgopoulos

Es folgten viele weitere Untersuchungen, sie zogen sich über ein Jahr. Und mit der Zeit wurde Simone bewusst: Irgendetwas stimmt nicht. Sie fühlte sich immer öfter müde und schlapp. Das Treppenlaufen wurde immer anstrengender für sie.

Junge Frau mit langen, dunklen Haaren.
© Marleen Jakob Photography
Simone bemerkte zunächst gar nicht, dass ihrem Herz etwas fehlt.

Als feststand, dass Simone ein neues Herz braucht, um weiterleben zu können, zog ihr das zunächst den Boden unter den Füßen weg, erzählt sie.

Vier Monate im Krankenhaus

Zunächst bekam sie noch ein Herzunterstützungssystem  transplantiert, eine mechanische Herzpumpe, die ihr Herz am Laufen hält. Das ging etwa zweieinhalb Jahre gut. Als sich aber auch das entzündete, wurde die Situation sehr ernst: Simone kam auf die sogenannte HU-Liste (High-Urgency-Liste), auf der die Menschen stehen, die ganz dringend ein neues Organ benötigen. Vier Monate wartete Simone im Krankenhaus, dann gab es endlich ein Spenderherz für sie.

"Ich habe ziemlich Glück gehabt. Ich kenne Fälle, da haben Leute über ein Jahr gewartet."
Simone Georgopoulos

In Deutschland kommen zehn Organspender auf eine Millionen Einwohner. Damit ist unser Organspendesystem international rückständig. Die Spendenbereitschaft lag 2017 auf einem historischen Tief - viele Menschen warten vergeblich auf ein neues Organ.

Eine Kerze für den Spender

Nach der Operation hat Simone an den Spender gedacht. Sie hat sich und ihm versprochen, gut auf ihr neues Herz aufzupassen. "Ich war einfach nur unendlich dankbar", sagt sie.

Simone weiß nicht, wer ihr Spender ist. Und sie feiert die Transplantation auch nicht als eine Art zweiten Geburtstag. Trotzdem zündet sie an jedem Jahrestag eine Kerze an und gedenkt dem Menschen, der ihr ein neues Herz geschenkt hat.

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