China und die USA streiten seit einiger Zeit über Strafzölle. Und ein Produkt, das China nun mit Strafzöllen belegen will, sind Sojabohnen. Der chinesische Präsident Xi Jinping droht mit 25 Prozent Strafzöllen - auf eins der wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte der USA.

Sojabohnen sind, mengenmäßig, das Wichtigste, was die USA nach China exportieren. Es zeigt sich auch an den Börsen: Dort ist der Sojapreis heftig gefallen, kurz, nachdem China Strafzölle angedroht hat.

Die Sojabohne ist auch eine Art psychologischer Kriegsführung, denn sie trifft in erste Linie Trumps Kernwählerschaft: Das sind die Farmer – die sitzen alle im Mittleren Westen, in Indiana, in Ohio und das sind Bundesstaaten, die im großen Stil für Trump gestimmt haben.

"Sojabohnen sind eine sehr scharfe Waffe im Handelskrieg."
Sandra Pfister, Wirtschaftsredaktion

Die Farmer haben sich größtenteils spezialisiert auf Soja für den Export nach Fernost. Da schlägt es dann richtig ins Gewicht, wenn der Hauptabnehmer China sagt: Wir machen durch Zölle eure Sojabohnen bei uns so teuer, dass sie niemand mehr kaufen will.

Ursprünglich kommt die Sojabohne aus Ostasien, die Chinesen haben schon vor 5000 Jahren Sojabohnen angebaut, aber ironischerweise müssen sie heute die allermeisten Sojabohnen importieren, weil der Verbrauch von Soja im Land so stark zugenommen hat.

Das meiste Soja wird zu Tierfutter verarbeitet

Soja wird dort gegessen – zum Beispiel in Form von Tofu, eines der Grundnahrungsmittel in China, Sojasoße, Sojamilch oder Sojasprossen. Aber der Hauptteil des Sojas der wird für Fleisch benötigt. Die Chinesen verbrauchen fast sieben Mal mehr Soja als alle Länder der Europäischen Union, weil die Chinesen inzwischen sehr viel mehr Fleisch essen. 

Ob Hühner oder Schweine – gefüttert wird mit Sojabohnen oder Sojamehl. Ein Grund dafür liegt darin, dass die Chinesen wohlhabender geworden sind, weniger Reis essen, aber dafür mehr Schweinefleisch. Weltweit hat sich China zum größten Produzenten und Konsumenten von Schweinefleisch entwickelt und deshalb gehen zwei von drei Sojabohnen, die irgendwo auf der Welt wachsen, nach China. 

"Sie könnten versuchen, die Produktion aus Brasilien und Argentinien hochzufahren. Das sind, mit großem Abstand hinter den USA, die anderen beiden großen Länder, die Soja anbauen."
Sandra Pfister, Wirtschaftsredaktion

Wenn Trump jetzt mit seinen angedrohten Handelszöllen Ernst macht und die Chinesen dann also mit Strafzöllen für Sojabohnen kontern, dann schneiden sie sich gleichzeitig auch ein wenig ins eigene Fleisch. Die Frage ist: Woher soll dann das ganze Soja kommen? Brasilien und Argentinien könnten einspringen.

Das Problem an der Idee: Argentinien ist zu klein, um die Produktion noch großartig zu steigern. Ökonomen sagen, dass ähnlich große Mengen, wie aus den USA, könnten nur aus Brasilien kommen. Aber Brasilien hat, weil die Nachfrage aus Asien so exponentiell gewachsen ist, schon in den vergangenen Jahren sehr viel Regenwald gerodet. Auch da ist ein Limit erreicht.

Strafzölle auf Soja schaden auch China 

Die Chinesen werden also für eventuelle Strafzölle auf US-Sojabohnen auch einen Preis bezahlen: Entweder kaufen sie teureres Soja – oder sie verfüttern weniger davon an Tiere, bedeutet: Sie müssten ihren Fleischkonsum einschränken. 

China ist immer noch der viert- oder fünfgrößte Anbauer weltweit. Dass das Land selbst die Produktion wieder hochfahren kann, da sind viele eher skeptisch. Denn Ackerland ist total knapp in China und ohnehin verseucht durch viel zu viele Pestizide.


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