Spät äußert er sich, nun aber doch. Der Kapitän der Deutschen Nationalmannschaft hat jetzt Özils Austritt kommentiert. Und was er gesagt hat, darüber sind viele enttäuscht oder regen sich auf.

Warum hat Manuel Neuer so lange nichts zum Austritt von Mesut Özil aus der Nationalmannschaft gesagt? Und zu den Rassismus-Vorwürfen, die Mesut Özil dem DFB gemacht hat? Manuer Neuer hat eine einfache Erklärung dafür: "Wenn man nicht gefragt wird, muss man ja auch nichts sagen", meint er.

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Nun hat er etwas gesagt, und viele meinen, er hätte besser geschwiegen. Denn er stellte erstens fest, dass es in der Nationalelf keinen Rassismus gab: "Wir haben immer versucht, alle Spieler zu integrieren, und haben auch alles für unsere Mitspieler getan, damit jeder auch mit einem guten Gefühl in die Spiele geht", so Manuel Neuer. Er sagte aber auch, dass im Team Leute spielen sollten, die stolz darauf sind, ein Teil des Ganzen zu sein. Und das verstehen viele nun als versteckte Attacke gegen Ex-Team-Kollege Mesut Özil.

"Es ist die Aufgabe der Verantwortlichen des DFB jetzt die Mannschaft zu strukturieren, um auch wieder die Spieler da zu haben, die auch wirklich stolz sind, für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen und alles dafür geben, für das eigene Land zu spielen, damit man wieder in die Erfolgsspur kommt."
Manuel Neuer, Fußball-Nationalspieler

In vier Wochen geht es für die Nationalmannschaft wieder los, es steht das erste Länderspiel an und natürlich müsse die Mannschaft wieder "in die Spur kommen", meint auch unser Sportjournalist Matthias Friebe. Dass Manuel Neuer aber nun das Thema "Stolz" so hervorhebt verwundert ihn auch.

"Das kommt wie ein kleiner Seitenhieb rüber, wenn man das zum ersten Mal hört. Neuer nimmt den Namen Özil aber gar nicht in den Mund."
Matthias Friebe, Dlf-Sportredaktion

Matthias Friebe glaubt, dass diese Aussage dafür spreche, dass man auch innerhalb der Mannschaft während des Turniers heftig darüber diskutiert hat, wie man mit Mesut Özil, Ilkay Gündogan und diesem Foto zusammen mit Erdogan umgehen soll: "Das war mit Sicherheit ein Thema, auch in der Kabine". Ob man sich öffentlich äußern sollte oder nicht, das sei sicher auch intern besprochen worden.

Echten Rückhalt für Özil gab es nicht

Dass es gegen Mesut Özil im Team rassistische Bemerkungen gab, das denkt Matthias Friebe allerdings nicht. "Da können wir Neuer sicherlich glauben." Allerdings habe es auch niemanden gegeben, der Mesut Özil öffentlich Rückhalt gegeben hätte, wenn er angegriffen wurde. Das müsse man dazu erwidern.

"Es klingt ein klein bisschen so, als wollte sich Manuel Neuer auch - wie die ganz wenigen, die sich geäußert haben - die Finger nicht verbrennen."
Matthias Friebe, Dlf-Sportredaktion

Auch Müller hat sich jetzt geäußert

Vermutlich wolle sich keiner der Spieler in die Diskussion reinziehen lassen, vermutet unser Sportjournalist. Nun hat sich aber doch am Freitag (3.8.) auch Thomas Müller noch geäußert: In der Aufarbeitung der Erdogan-Affäre um Mesut Özil und Ilkay Gündogan seien viele Fehler begangen worden, sagte er. Sicherlich hätten die Protagonisten auch keine glückliche Rolle abgegeben. Er finde es aber nicht gut, dass die Sache nicht zu Ruhe komme und immer weiter nachgefragt werde: "Es wurde immer nachgefragt, nachgebohrt, man hat das Thema aufgebauscht, jetzt hat man den Salat", sagt er.

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