Nationaltorwart Manuel Neuer hat einen gebrochenen Mittelfuß. Damit die Verletzung verheilt, wird er mit eigenem Blutplasma behandelt. Wir haben mit dem Sportmediziner Oliver Tobolski über die Methode gesprochen.

In vier Monaten startet die Fußball-WM in Russland. Wenn Joachim Löw einen Spieler unbedingt dabei haben will, dann ist es Torwart Manuel Neuer. Der Spitzenfussballer ist nach Thailand gereist. Dort soll sein gebrochener Mittelfuß vollständig verheilen. 

Eine Maßnahme dabei: die Therapie mit Eigenblut, die sogenannte ACP-Behandlung, die schon Erfolg zeigt. ACP steht für Autologes Conditioniertes Plasma. Das Verfahren gehört zu einem Bereich, den Sportmediziner Biologische Heilung nennen. Die Mediziner verabreichen also keine Medikamente, sondern setzen körpereigene Substanzen für die Genesung des Patienten ein.

"Der Gedanke ist, dass man Heilungsprozesse durch körpereigene Substanzen beschleunigt."
Oliver Tobolski, Sportmediziner

Manuel Neuer wird also mit seinem eigenen Blutplasma behandelt. Darin werden vor der Behandlung die Thrombozyten, also die Blutplättchen, angereichert. Das geschieht mit Zentrifugen, also mit Geräten, die durch Drehbewegungen das Plasma in unterschiedlich schweren Bestandteile trennen. 

Weiße Blutkörperchen sind in dem speziellen Blutplasma kaum vorhanden. Sie wären für die heilsame Wirkung des Plasmas eher hinderlich und werden mittels der Zentrifuge aussortiert.

Wirksam bei Weichteilverletzungen

Bei Weichteilverletzungen ist die Heilsamkeit von ACP-Behandlungen bewiesen, sagt Oliver Tobolski. Aber bei Knochenverletzungen wie bei Manuel Neuer, ist die Studienlage unübersichtlich. Die Wirksamkeit der Methode ist bei Brüchen und Arthrose nicht nachweisbar, meint der Sportmediziner.

Bei der ACP-Therapie wird immer nur das körpereigene Blutplasma verwendet. Die Behandlung ist grundsätzlich nicht nur bei Spitzensportlern möglich. Auch bei ganz normalen Menschen könnte sie angewendet werden. Doch das Verfahren ist relativ teuer. Mediziner setzen es gezielt bei punktuelle Verletzungen ein.

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