Künstliche Intelligenz steuert unsere Autos, organisiert Wagenlager oder räumt unsere Timelines auf. Wie weit die Technologie von selbstlernenden Maschinen mittlerweile fortgeschritten ist, zeigt das kanadische Startup Lyrebird. Ihre künstliche Intelligenz ahmt Stimmen nach.

Lyrebird kann aus einer Minute Tonmaterial eine synthetische Stimme basteln, die dem Original sehr nahe kommt. Die Lyrebird-Demos mit Donald Trump und Barack Obama im Dialog sind beeindruckend. 

Das klingt noch etwas künstlich, aber der Tonfall und die Stimmen der Politiker sind eindeutig zu erkennen. Es braucht nicht viel Phantasie, sich vorzustellen, dass das in ein paar Jahren nahezu perfekt funktionieren kann.

Nur eine Minute Material wird gebraucht

Den IT-Experten des kanadischen Startups genügt angeblich eine Minute Original-Material, um dann einen Sprachroboter mit der Stimme programmieren zu können. Machbar ist das mit einem neuronalen Netz – also künstlicher Intelligenz. Näher beschrieben wird das Verfahren allerdings nicht. 

"Der Sprachroboter kann Texte vorlesen, aber vor allem auch mit verschiedenen Emotionen vortragen. Das hat auf jeden Fall einen Wow-Effekt."
Andreas Noll, Deutschlandfunk Nova Netzreporter

Die künstlichen Stimmen von Trump und Obama sind erst einmal nur Töne für Demo-Zwecke. Aber wenn die Entwicklung weiter Fortschritte macht, kann man solche Stimmen fast überall einsetzen: Für Hörbücher, für das Vertonen von Videospielen oder auch fürs Synchronisieren von Filmen. Der Sprecher müsste dann nur einmal für die Programmierung im Studio erscheinen, und dann kann der Computer den Rest übernehmen.

"Das wird die Synchronsprecher nicht freuen. Wenn man es radikal zu Ende denkt, bedroht das ein ganzes Berufsfeld."
Andreas Noll, Deutschlandfunk Nova Netzreporter

Die Technologie könnte auch von Kriminellen für alle möglichen Zwecke eingesetzt werden. Wenn wir in Zukunft mit jemandem telefonieren, können wir nicht mehr sagen, ob die Person am anderen Ende wirklich real ist oder nicht.

Lyrebird will bald auch externe Entwickler auf die Software zugreifen lassen, um sie weiterzuentwickeln. Auf der Webseite kann man sich für die Beta-Phase registrieren.

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