Vor 70 Jahren, 1948, lag halb Europa in Schutt und Asche, der Zweite Weltkrieg war gerade vorbei und Millionen Juden hatten ihr Leben verloren. Viele Holocaust-Überlebende suchten Schutz im Nahen Osten. Im Mai 1948 riefen sie dann ihren eigenen Staat aus: Israel. 

Am 14. Mai 1948 hat Staatsgründer David Ben Gurion den Israelischen Staat ausgerufen. Weil Israel den Unabhängigkeitstag nach dem hebräischen Kalender feiert, fällt der Tag auf den 18. April. 

Der israelische Unabhängigkeitstag ist der Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten, die drei Tage dauern. Traditionell grillen viele Israelis an diesem Feiertag, sagt unser Korrespondent Tim Assmann: "Aus den Stadtparks, von den Stränden, auch vom Ufer des Roten Meeres steigt dann dichter Grillrauch auf."

Zu den Feierlichkeiten gehört auch eine große Flugschau am 19. April – mit mehreren Kunstflugstaffeln, die überm ganzen Land ihre Formationen fliegen. Der offizielle Teil mit Reden der israelischen Staatsspitze hat bereits am 18. April stattgefunden - mit einer großen Zeremonie auf dem Herzlberg in Jerusalem.

Die einen feiern - die anderen protestieren

Während also viele Israelis feiern – unter anderem mit einer großen Strandparty – gibt es aber auch Teile der Bevölkerung, für die das Jubiläum kein Grund zur Freude ist. Zum Beispiel die insgesamt 1,8 Millionen Araber, die zwar in Israel leben, sich aber nicht als Israelis verstehen. "Da wurde heute protestiert, da gab es einen Marsch auf Haifa", sagt Tim Assmann.

"Die israelischen Araber begreifen das, was vor 70 Jahren passiert ist, als Katastrophe. Denn damals sind hunderttausende Araber vertrieben worden oder geflüchtet."
Tim Assmann, Korrespondent in Israel

Nachdem im Mai 1948 Israel als eigener Staat ausgerufen worden war, waren kurze Zeit später arabische Truppen in das Land einmarschiert - der Beginn des Nahostkonflikts, der bis heute andauert. 

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