Der Fall hat in den sozialen Kanälen und auf der Straße für viel Protest gesorgt: Zwei schwarze Starbucks-Besucher sind verhaftet worden, weil sie angeblich nichts bestellen wollten. Jetzt bekommen Starbucks-Mitarbeiter ein Anti-Rassismus-Training.

Gut, dass Melissa DePino diese Situation mit der Kamera festgehalten und auf Twitter gepostet hat. Denn dieser Post ist viral gegangen und hat eine Riesendebatte ausgelöst, die viel Gutes bewirken könnte. 

Melissas Tweet dokumentiert, wie zwei Schwarze in einer Starbucks-Filiale in Philadelphia festgenommen und mit Handschellen abgeführt werden, nachdem eine Angestellte die Polizei gerufen hatte. In dem Mitschnitt aus dem Telefonat hört man, wie sie sagt, dass die beiden Männer weder etwas konsumieren, noch das Café verlassen wollten.

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Für Rashon Nelson und Donte Robins ist der 12. April 2018 mit neun Stunden in Polizeigewahrsam zu Ende gegangen. Zuvor haben sie zu zweit die Starbucks-Filiale betreten, Donte hat sich an einen Tisch gesetzt, Rashon hat nach dem Schlüssel für die Toilette gefragt. Nachdem die Mitarbeiterin ihm gesagt hat, den gebe es nur für zahlende Kunden, ist er zurück zu Donte gegangen, hat sich mit an den Tisch gesetzt - beide haben auf jemanden gewartet, mit dem sie zum Meeting verabredet waren. 

Ein halber Tag Anti-Rassismus-Training

Diese Geschichte ist in den USA vielleicht kein Einzelfall - aber sie hat eine große Diskussion entfacht. Tatsächlich hat sie dazu geführt, dass 8000 Starbucks-Filialen für vier Stunden geschlossen sind, weil 175.000 Mitarbeiter an einem Anti-Rassismus-Training teilnehmen. 

Anti-Rassismus-Trainerin Sandy Bernabei sagt, dass sie froh ist, dass Starbucks so schnell und entschlossen reagiert hat und das Thema Rassismus nicht unter den Teppich kehrt.

"Starbucks holt eine dreckige, teuflische Scheußlichkeit in den USA ans Tageslicht."

Ob das Unternehmen diesen Vorfall als PR für sich nutzt, ist nicht von der Hand zu weisen. Dann ist es aber wenigsten PR gegen Rassismus. Auf der anderen Seite ist der Druck aus den sozialen Medien so groß, dass Starbucks nichts anderes übrig geblieben ist, als Stellung zu beziehen. Ob ein halber Tag Training reicht, um Rassismus aus den Köpfen zu bekommen, sei dahin gestellt.

Alltagsrassismus ist ein Problem

Der größte Anbieter solcher Anti-Rassismus-Trainings - People's Institute for Survival and Beyond - hat zwar in diesem Fall nichts mit Starbucks zu tun, bietet aber Workshops mit genau diesem Ziel an. Im letzten Jahr für eine halbe Million Menschen in den USA. Die Workshops bei diesem Institut dauern allerdings drei Tage.

"Wichtig ist es, jeden mit seinem Hintergrund und seinen Erfahrungen in die Diskussion einzubinden."

Ob solche Trainings Erfolg haben, ist in der Wissenschaft umstritten. Manche Studien zeigen, dass es am Verhalten der Menschen nichts ändert, wenn man ihnen die rassistischen Vorurteile klar macht. Die Schwierigkeit ist nämlich, dass die wenigsten offen sagen: Ich bin ein Rassist. Da könnte man auf den Faktor Selbstreflexion setzen. Aber das große Problem ist der Alltagsrassismus und unterschwellige Vorurteile, die nicht in vier Stunden aufgelöst werden können. 

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