Ist das Portemonnaie mal wieder leer? Das hat auch mit der Inflation zu tun. Durch die Coronavirus-Pandemie sind manche Rohstoffe knapp, und an einigen Stellen ist gleichzeitig die Nachfrage gestiegen. Das lässt die Preise steigen.

Beim Einkaufen im Supermarkt, beim Blick auf die Stromrechnung oder im Baumarkt zeigt sich: Vieles wird teurer. In den vergangenen Monaten sind die Preise in vielen Bereichen so stark angestiegen wie seit Jahren nicht mehr. Wir sind mitten in einer Inflation.

Das Statistische Bundesamt meldet aktuell eine Inflationsrate von 3,9 Prozent. Zuletzt war die Inflationsrate 1993 so hoch. Einige von uns merken den Anstieg vor allem im Geldbeutel: Denn obwohl die Preise steigen, bleiben die Gehälter und Löhne gleich.

Wenig Rohstoffe, hohe Nachfrage, steigende Preise

Die aktuelle Inflation im Euro-Raum ist in erster Linie eine Folge der Coronavirus-Pandemie. Weil in den vergangenen eineinhalb Jahren weltweit viele Betriebe und Unternehmen ihre Produktion nur eingeschränkt weiterlaufen lassen konnten, hat das vor allem für lange Wartezeiten gesorgt, bis bestimmte Produkte und Waren wieder verfügbar waren. Gleichzeitig ist die Nachfrage weiter angestiegen und damit auch die Preise.

Angefangen hat die Inflation, die wir jetzt erleben, mit einer Rohstoffknappheit, erklärt ARD-Korrespondent Sebastian Schreiber im Börsenstudio. Der Preis für Holz zum Beispiel hat sich innerhalb weniger Monate ungefähr verdreifacht. Ähnlich sieht es mit dem Öl-Preis aus: Im vergangenen Jahr ist der Preis fast um das Doppelte angestiegen. Sind die Rohstoffe knapp, sorgt das letzten Endes für ein teureres Endprodukt und weniger Geld im Portemonnaie.

Wen die Inflation am meisten trifft

Die Inflation spüren also besonders Menschen, die ein geringes Einkommen haben. Während diejenigen, die viel Geld verdienen, vermutlich kaum etwas von der aktuellen Inflation mitbekommen, sagt Sebastian Schreiber.

"Die Inflation ist vor allem für Menschen mit wenig Geld ein großes Problem."
Sebastian Schreiber, Korrespondent im ARD-Börsenstudio

Früher konnte jede und jeder selbst die Folgen der Inflation für sich abmildern, indem sie oder er das meiste Geld auf ein Bankkonto mit einem hohen Zinssatz eingezahlt hat. Durch die Zinsen wurde die Inflation quasi ausgeglichen. Heute gibt es aber kaum noch Zinse für Bankkonten. Manche legen ihr Geld deshalb in Aktien, Fonds oder Edelmetalle wie Gold an – mit dem Risiko, das Geld auch wieder zu verlieren.

Ein Ansatz ist auch, die Löhne und Gehälter an die Inflation anzupassen, wenn die stark ansteigt wie gerade. Das kann allerdings den Effekt haben, dass die Preise noch weiter steigen, weil sich mehr Menschen durch höhere Löhne wieder mehr leisten könne. Was wiederum die Nachfrage stabil hochsteigen lässt.

Notenbanken müssen Inflation lenken

Am Ende ist es Aufgabe der Notenbanken, die Geldpolitik zu lenken und die Inflation auszugleichen. Die Europäische Zentralbank etwa könnte zum Beispiel die Zinsen für Bankkonten wieder anheben.