Frühling heißt auch: Die Steuererklärung ist fällig. Und die nervt, weshalb laut Statistischem Bundesamt nur gut die Hälfte der Steuerzahler überhaupt eine Erklärung abgibt. Verschiedene Apps versprechen Hilfe. 

Im Schnitt erhalten wir 935 Euro zurück. Eine Steuererklärung kann sich also richtig lohnen. Wer seine Steuer nicht an eine Steuerberatung  auslagern will, kann sie mit einer Software erledigen. 

Steuererklärung per App

Einige Start-ups versprechen nun aber noch einfachere Lösungen. Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Katja Scherer hat die Apps getestet. 

Taxfix

Die App ist noch ziemlich neu auf dem Markt. Wir müssen zuerst neun Fragen beantworten, mit denen die App klärt, ob sie unseren Fall überhaupt berechnen kann. Wenn wir geeignet sind, müssen wir ein Foto der Lohnsteuerbescheinigung hochladen. Die App liest die Daten aus, stellt gegebenenfalls noch ein paar Nachfragen und erstellt dann die Steuererklärung. Ab einer Steuererstattung von 50 Euro müssen wir knapp 35 Euro zahlen.

Screenshots aus der App Taxfix und Steuerbot
© Deutschlandfunk Nova | Screenshots Taxfix und Steuerbot
Screenshots aus der AppTaxfix (links) und Steuerbot (rechts)

Steuerbot

Fragen, Fragen, Fragen. Das ist das Prinzip der App. Wie hoch war dein Bruttojahreseinkommen? Was steht in deiner Lohnsteuererklärung in Zeile 17? Das Ganze ist ein bisschen so, als würden wir mit einem Steuerberater chatten – nur dass am anderen Ende kein Mensch sitzt, sondern eine Maschine. Momentan ist die App kostenlos.

Taxbutler

Bei dieser App müssen wir Fotos von unserer Lohnsteuerbescheinigung, Belegen und Rechnungen machen. Die App sucht sich dann die relevanten Daten per Bilderkennung heraus. Ziemlich kompliziert, findet Katja. 29 Euro müssen wir zahlen, wenn die App die Steuerdaten ans Finanzamt übermittelt. 

"Für angestellte Berufseinsteiger, die nicht verheiratet sind und auch keine Gewerbeeinnahmen haben, sind die Apps auf jeden Fall eine gute Option​."
Katja Scherer, Deutschlandfunk Nova

Für Freiberufler wenig geeignet

Für einfache Fälle sind die Apps hilfreich. Wenn wir aber - so wie Katja - freiberuflich arbeiten, bekommen wir spätestens nach der zehnten Frage die Nachricht, dass die Apps unseren Fall nicht bearbeiten können. Auch mit Gewerbeeinnahmen und einer Ehe können die Apps nicht umgehen. 

"Letztlich ist klar, dass die Verantwortung beim Steuerbürger liegt.“
Uwe Rauhöft vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine

Katja rät außerdem dazu, genau hinzuschauen: Bei Taxbutler und Taxfix wurden zum Beispiel im Test die per Bilderkennung ausgelesenen Zahlen falsch zugeordnet. Letztendlich sind wir selbst aber dafür verantwortlich, dass unsere Steuererklärung richtig ist, sagt Uwe Rauhöft vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine. Wenn die App Fehler ans Finanzamt übermittelt, und wir später Nachforderungen oder Strafen bekommen, können wir nicht einfach auf den Anbieter der App verweisen.

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