Der frühere Chefstratege von US-Präsident Donald Trump, Steve Bannon, will mit einer neuen Stiftung Einfluss auf die EU-Wahl 2019 nehmen. Die Rechtspopulisten in Europa ziehen aber nicht alle an einem Strang – noch nicht.

Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Stephanie Gebert sagt, Bannon wolle, dass sich die Rechtspopulisten und EU-Skeptiker in den verschiedenen Ländern zusammentun, um eine größere Schlagkraft zu entwickeln. Dafür möchte Bannon die Stiftung "The Movement" gründen, die dafür sorgen soll, dass die Botschaften der einzelnen Parteien EU-weit besser unter die Leute gebracht werden können.

"Was in Italien funktioniert, kann überall in Europa funktionieren, wenn wir eine gute Ideenmaschine haben."
Steve Bannon im Interview mit dem US-Portal "Daily Beast"

Bannons Vorbild ist das Regierungsbündnis aus der fremdenfeindlichen Lega und der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung in Italien. Er sagt selbst, dass er schon mit dem früheren Front National von Marine Le Pen in Frankreich und Polens rechtsnationaler Regierungspartei PiS gesprochen habe. Denkbar ist auch die Kooperation mit der FPÖ aus Österreich oder der Freiheitspartei von Geert Wilders aus den Niederlanden und Viktor Orbans Partei in Ungarn.

Zusammenarbeit von AfD und Bannon ungewiss

Bei der AfD ist man sich noch nicht einig darüber, ob man mit Bannon gemeinsame Sache machen will. AfD-Co-Chef Jörg Meuthen hat in einem ARD-Interview zurückhaltend reagiert. Zusammenarbeit mit anderen Parteien, die ähnliche Programme haben, sei nötig, aber ein Coaching brauche die AfD nicht, so Meuthen. Co-Chefin Alice Weidel findet die Pläne von Bannon dagegen aber "ambitioniert und sehr spannend".

"Noch ist der Einfluss der Rechtspopulisten im Europaparlament recht begrenzt. Auch, weil sich die Parteien aus den einzelnen Ländern eben noch nicht komplett zusammengeschlossen haben."
Stephanie Gebert, Deutschlandfunk Nova

Wenn so ein Zusammenschluss jetzt aber erfolgreich sein sollte, dann ist die Hoffnung von Steve Bannon, dass man nach der Wahl drittstärkste Kraft wird. Da es bisher so aussieht, als würde die AfD in Deutschland stark werden und die regierende PiS in Polen ebenfalls, sind die Chancen darauf auch gar nicht unrealistisch, sagt Stephanie Gebert.

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