Als Donald Trumps wichtigster Berater wurde Steve Bannon zur Berühmtheit. Dann flog er aus dem Weißen Haus. In einem neuen Buch erhebt der Rechtsextremist krasse Vorwürfe. Und der Präsident? Er reagiert mit Beleidigungen. Wir haben mit unserem USA-Korrespondenten gesprochen.

Donald Trump hat seinen ehemaligen Berater Steve Bannon in einem offiziellen Statement drastisch angegriffen. Steve Bannon habe nicht nur seinen Posten, sondern auch den Verstand verloren, schrieb er in einem Statement am 3. Januar.

Steve Bannon wird in dem Buch "Fire and Fury: Inside the Trump White House" mit den Worten zitiert: Donald Trump Jr., Jared Kushner und Paul Manafort hätten sich in einem Treffen mit Russischen Partnern verräterisch ("treasonous") und unpatriotisch verhalten und Präsidentengattin Ivanka Trump sei außerordentlich dumm ("dumb as a brick"). 

Das Buch erscheint am 9. Januar. Ein Buchauszug, der die Vorwürfe Steve Bannons allerdings nicht enthält, ist bereits im New York Magazine veröffentlicht worden.

"Echte Konsequenzen wird sicherlich das Thema Russland-Connection haben."
Martin Ganslmeier, ARD-Korrespondent in den USA

Steve Bannon war vom Amtsantritt Donald Trumps bis zum 18. August 2017 der wichtigste strategische Berater des amerikanischen Präsidenten. Mehr noch: Donald Trump hatte den für seinen Fremdenhass und seine martialische Sprache berüchtigten Steve Bannon in den Nationalen Sicherheitsrat befördert, ohne sich dieser Entscheidung bewusst zu sein ("not fully briefed").

Gut dokumentierte Vorwürfe?

Michael Wolff, der Autor des Buches, beschäftigt sich intensiv mit dem amerikanischen Führungspersonal. In seinem Buch Burn Rate, Brill's Content wurden handwerkliche Fehler gefunden. Das soll bei seinem Trump-Buch anders sein:

"Jetzt sagt er, er habe alles auch auf Tonband und könne das belegen."
Martin Ganslmeier, ARD-Korrespondent in den USA

Steve Bannons Medienunternehmen Breitbart News  ist in Nordamerika seit der Gründung 2007 zu einer wichtigen Plattform für rechtsextreme Inhalte geworden (Statistik). Nach dem Ende seiner Tätigkeit als Berater der Trump-Administration nahm Steve Bannon die Arbeit für Breitbart umgehend wieder auf.

Mehr zum Thema:

Posse im Weißen Haus: Jeder gegen Jeden
Milo Yiannopoulos: Der Kopf hinter Breitbart News

In unsere Sendung Grünstreifen haben wir mit Till Opitz über das Buch Fire and Fury: Inside the Trump White House gesprochen.

Till Opitz, Dlf-Nova-Reporter
"Für die aktuell laufenden Russland-Sonderermittlungen könnte das Buch richtig wichtig sein."