Vor 39.000 Jahren ist der Supervulkan das letzte Mal ausgebrochen. Jetzt, sagen Wissenschaftler, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass er bald wieder so weit ist.

Im Fachmagazin Nature Communications erklären die Forscher, welche Anzeichen dafür sprechen, dass der Vulkan bald ausbricht. Die unterirdische Spannung sei viel höher als bisher angenommen. Die Gegend um den Vulkan war 400 Jahre lang ruhig, ist aber seit den 1950er Jahren in Bewegung geraten:

  • drei Erdbebenphasen
  • der Erdboden hat sich um mehrere Meter gehoben und gesengt
  • der der Hafen der Stadt Pozzuoli wurde um drei Meter ins Meer verschoben

Spannung kurz vorm Platzen?

Zwischen diesen Ereignissen war der Vulkan ruhig. Die Wissenschaftler nahmen bislang an, dass der Vulkan in den Ruhephasen tatsächlich auch die unterirdische Spannung abbaut. Stattdessen haben sie jetzt festgestellt, dass sich die Spannung bis heute aufsummiert hat – und möglicherweise bald einen kritischen Punkt erreicht hat.

Auf der Welt gibt es rund 20 solcher Supervulkane. Sie bestehen aus einer Caldera. Das ist ein riesiger Krater, der dadurch entstanden ist, dass sich die Magmakammer des Vulkans beim Ausbruch entleert hat und die Erdkruste hinterher darüber eingestürzt ist. Zurück bleibt der Rand des Kraters. Der Campo Flegrei liegt unter den Phlegräischen Feldern und hat einen Durchmesser von 12 Kilometern.

Ganz Europa könnte unter Schutt und Asche liegen

Die Phlegräischen Felder sind inzwischen mit rund 360.000 Menschen dicht besiedelt, in der weiteren Umgebung leben 1,5 Millionen Menschen. Es gab schon einmal Anzeichen für einen Ausbruch und die ganze Gegend wurde evakuiert. Passiert ist schließlich nichts. Würde der Campo Flegrei ausbrechen, wie vor 39.000 Jahren, würde er ganz Europa unter einer Schicht Asche begraben – abgesehen von weiteren Auswirkungen auf das Klima und die Umwelt. Der Ausbruch könnte auch geringer ausfallen als vor 500 Jahren. Für die Menschen vor Ort wäre es trotzdem eine Katastrophe.

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