Wer sich ein Schwein als Haustier halten will, muss viele Rahmenbedingungen erfüllen, damit es dem Tier gut geht. Es braucht vor allem Platz und gute Erziehung.

So ein kleines Schweinchen, das abends auf der Couch neben einem liegt und sich kraulen lässt - das ist schon niedlich, oder? Selbst Promis sind schon auf die Idee gekommen, sich Schweine als Haustiere zu halten. George Clooney, Ariana Grande und Miley Cyrus zum Beispiel. Letztere kümmert sich nachweislich zumindest insofern gut um ihr Schwein, als sie es bei einer lauten Party aus dem Raum herausträgt.

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Wer sich wirklich ein Schwein als Haustier zulegen will, sollte aber dringend prüfen, ob das Schweinchen sich auch wohlfühlen würde. So ganz unkompliziert sind Hausschweine nämlich nicht. Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Kristin Mockenhaupt nennt einige Punkte, die von Experten empfohlen werden. 

Ein Hausschwein braucht: 

  • viel Platz
  • viel Außenfläche
  • weit weg wohnende Nachbarn
  • ein anderes Schwein, um nicht allein zu sein
  • Besitzer, die gut sind in konsequenter Erziehung

Richtige Haltung von Hausschweinen

Auch wenn wir ab und zu schon mal Bilder von süßen Schweinen an einer Leine gesehen haben, kann man die Haltung eines Hausschweins nicht mit der Haltung eines Hundes vergleichen. 

In der EU ist es sogar verboten, mit einem Schwein Gassi zu gehen. Außerdem ist es verboten, Schweine in reinen Wohngebieten zu halten. Wer sein Schwein mit ins Haus oder die Wohnung nehmen will, sollte wissen, dass Schweine keine glatten Böden mögen, genauso wenig wie Treppen oder wechselnde Temperaturen. 

Minimum: Zwölf Quadratmeter pro Schwein

Weil Schweine Raum zum Suhlen und Wühlen brauchen, ist es sinnvoll, ihnen draußen viel Platz zu verschaffen. Dementsprechend lauten die Empfehlungen, für Schweine mindestens zehn Quadratmeter Außenbereich zur Verfügung zu stellen und noch einmal zwei Quadratmeter Stallfläche. 

Weil sie nicht alleine leben sollen und mindestens einen Artgenossen brauchen, um sich wohl zu fühlen, beträgt die Fläche also 24 Quadratmeter. Das ist aber das absolute Minimum. Der Verein Schweinefreunde empfiehlt sogar einen Außenbereich von mindestens 150 Quadratmetern pro Schwein. 

Kleine süße Schweinchen werden mal große schwere Schweine

Was laut Sandra Jansen vom Tierheim Essen auch häufig unterschätzt wird, ist, dass die Schweine mal groß werden. Sehr groß zum Teil. Zu Anfang sind sie noch miniminisüß... 

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...später werden sie aber groß. Zwischen 50 und 60 Kilo erreicht ein ausgewachsenes Schwein. In der Regel! Es gibt auch Schweine, die bis zu 120 oder sogar 150 Kilo auf die Wage bringen. Und Aussagen von Züchtern, die kleine Tiere versprechen, sollte man mindestens anzweifeln, sagt Silke Arnold vom Verein Schweinefreunde, weil es innerhalb von Zuchten keine genetische Festigung gebe.

"In jedem Wurf kann ein Ferkel dabei sein, das erwachsen 50 Kilo auf die Wage bringt, und eins, das 150 Kilo schafft."
Silke Arnold, Verein Schweinefreunde

Wer die Rahmenbedingungen aber erfüllt, also ein Haus mit großem Garten hat, Nachbarn, die weit weg wohnen - weil ein Schwein mitunter sehr laut werden kann - und sich all das zutraut, der sollte sich in letzter Instanz aber noch mal daraufhin überprüfen, ob er auch ein geeigneter Halter ist. Schweine brauchen nämlich gute Erziehung. "Sonst tanzen sie dir auf der Nase herum", sagt Kristin Mockenhaupt. Schließlich könne man mit einem Schwein nicht zur Schweineschule gehen, so wie mit einem Hund zur Hundeschule.  

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