In einer großen Rettungsaktion hat die Feuerwehr Forst, im Landkreis Karlsruhe ein Katzenbaby gerettet. Es ist kein Einzelfall, dass Menschen den Notruf wählen, wenn Tiere in Gefahr sind. Wir fragen uns, wie Feuerwehrleute auf diese Spezialeinsätze vorbereitet werden.

Kein einfacher Einsatz: Insgesamt drei Stunden waren 15 Feuerwehrleute damit beschäftigt, ein Katzenbaby aus einem Abwasserrohr befreit. Das Tier war zusammen mit einer anderen Katze auf einem Hausdach unterwegs. Die beiden Katzen rutschten in die Regenrinne. Während Passanten eine der beiden abfangen konnten, rutschte die zweite weiter über das Regenabfallrohr in einen Abwasserschacht.

Die Feuerwehrmänner sind dafür in einen Abwasserschacht gestiegen, haben im Boden gebuddelt und die Katze schließlich mit einer spitzen Spirale und mit Wasser aus dem Rohr getrieben, sodass sie in einem Auffangnetz im Kanalschacht landete. Wir haben uns gefragt: Warum können die Feuerwehrleute das? Und: Müssen die das überhaupt können und sich die Zeit dafür nehmen?

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Die Feuerwehr hat bei solchen Einsätzen immer ihre Schutzkleidung dabei. Das hilft dann zum Beispiel auch, wenn sie auf aggressive Tiere stoßen, die beißen könnten. In Bonn hat die Berufsfeuerwehr sogar einen eigenen Gerätewagen für die Tierrettung angeschafft. Mit speziellem Equipment: "Angefangen von Schlingen, Keschern, speziellen Boxen für Hunde und Katzen, aber auch für Schlangen oder Reptilien. Wir haben einen Beißanzug und einen Beißärmling, falls wir es mit aggressiven Hunden zu tun haben. Und darauf werden unsere Kollegen auch speziell geschult", Jörg Schneider, der stellvertretende Pressesprecher der Feuerwehr Bonn.

Katzen, Hunde, Igel, Enten - täglich werden Tiere gerettet

Die Bonner Feuerwehrleute besuchen auch Schulungen. Im Naturkundemuseum bekommen sie Informationen, wie sie mit Schlangen umgehen sollten und wenn es um Hunde geht, dann wenden sich die Retter an die Bundespolizei. Die hat nämlich eine Hundestaffel und die Hundeführer wissen viel über den Umgang mit Hunden.

Bei so viel Spezialwissen und Equipment stellt sich die Frage, wie häufig das denn eigentlich zum Einsatz kommt? Tatsächlich sind es sechs bis zehn Einsätze – pro Tag. Die Feuerwehr in Forst, die die Katze aus dem Abwasserrohr gerettet hat, ist ebenfalls vertraut mit Tierrettung. Fabian Geier von der freiwilligen Feuerwehr Forst sagt, dass auch bei ihnen das Retten von Katzen, Hunden oder Igeln zum Alltag gehört.

"Sei es jetzt eine Katze, die auf einem Baum sitzt, sei es ein Igel oder ein Marder, der in einem Tornetz hängt. Also Tierrettungen haben sich in den letzten Jahren in unsere alltägliches Geschäft integriert."
Fabian Geier, freiwillige Feuerwehr Forst

Wer den Kopf schüttelt und denkt, das ist doch Verschwendung von Manpower, wenn 15 Feuerwehrleute stundenlang ein Katzenbaby retten! Dem sei gesagt: Es steht offiziell in den Aufgaben der Feuerwehr, die Gefahren abzuwehren – bei Menschen und bei Tieren. Und wenn die Katze nicht längst geborgen wäre, dann würden die Feuerwehrmänner in Forst jetzt immer noch im Kanalschacht stehen und versuchen, sie zu retten.

"Auch wenn es in dem Fall nur ein kleines Katzenbaby war, werden wir bis zur letzten Sekunde versuchen, unser Bestes zu geben und die Katze – wie es dann auch gelungen ist – zu retten."
Fabian Geier, freiwillige Feuerwehr Forst

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