Mit einem Besuch im Berliner Zoo begann Benni Overs Liebe zu den Orang-Utans. Seitdem kämpft er für die vom Aussterben bedrohten Primaten. Er hat es geschafft, ein Camp für Orang-Utan-Waisen auf Borneo zu besuchen - und das, obwohl er unheilbar an Muskelschwund erkrankt ist und nur noch seine Finger bewegen kann.

Benni Over setzt sich seit Jahren für Orang-Utans ein. Sein erstes Projekt war ein Kinderbuch über das Leben der Menschenaffen. Das Konzept dazu hat er gemeinsam mit seinem Vater Klaus Over entwickelt. 

"Benni will vor allem Kinder informieren, damit sie ihm helfen, eine Bewegung für die Organ-Utans in Gang zu setzen."
Klaus Over, Vater von Benni Over

Während der Recherche und der Erstellung des Buchs haben sich Vater und Sohn mit Initiativen, Sponsoren und Institutionen vernetzt. Nach dem Buch entstand die Idee zu einem Trickfilm. 

"Henry rettet den Regenwald"

"Henry rettet den Regenwald" handelt von einem kleinen Orang-Utan namens Henry. Der Menschenaffe verliert durch die Abholzung des Regenwaldes seine Eltern. Der kleine Henry macht sich auf den Weg, um den Raubbau an der Natur zu stoppen.

"Das ist eine wunderbare Geschichte, die schon vor vielen Jahren bei einem Besuch im Berliner Zoo begonnen hat. Von da an war Benni nicht mehr zu bremsen und hat sich nur noch für Orang-Utans interessiert."
Klaus Over, Vater von Benni

Wenige Jahre später will Benni Henry sozusagen kennenlernen. Der 27-Jährige plant mit seinen Eltern eine Reise nach Borneo. Das Ungewöhnliche und Schwierige an Bennis Plan: Benni leidet an dem Gendefekt Muskeldystrophie Duchenne. Seit seiner Pubertät kann er nur noch seine Finger bewegen. Seine Reise muss er im Rollstuhl antreten.

Die Reise ins ferne Borneo von seiner Heimatstadt Niederbreitbach in Rheinland-Pfalz ist in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung. Aber davor schrecken Benni und seine Eltern nicht zurück. 

"Wir reisen sehr viel mit Benni und waren in über 50 Ländern."
Klaus Over, Vater von Benni Over

Der Tierschützer reist gerne in ferne Länder und seine Eltern unterstützen ihn dabei. Nach über 50 bereisten Ländern wissen sie, wie es geht. Viel Vorbereitung, Papierkram und Planung sind notwendig.

Orang-Utan-Camps machen für Benni Over eine Ausnahme

Bei der Vorbereitung hat Benni geholfen, dass er und seine Eltern bereits mit den Tierschutzorganisationen und Orang-Utan-Camps vor Ort in Kontakt waren. 

Die Camps mussten letztendlich zustimmen, dass Benni die Reha- und Rettungscamps für Orang-Utans besuchen durfte. "Das ist nicht üblich, weil alle Orang-Utans dort Waisen sind, deren Mütter während Baumfällarbeiten getötet worden sind. Sie sollen mit einer menschlichen Ersatz-Mama aufwachsen, um später ausgewildert zu werden", erzählt Klaus Over.

Die Autorin Christina Schott hat Benni Overs Reise zu den Orang-Utans in dem Buch "Im Rollstuhl zu den Orang-Utans: Eine Reise um die halbe Welt, um den Regenwald zu retten" beschrieben (Verlag: Papierfresserchens MTM-Verlag GbR, Taschenbuch, 171 Seiten, 16,90 Euro, veröffentlicht am 23. August 2018).

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