Nicht jedes Lebewesen stirbt, aber der Mensch. Schon seit Jahrhunderten denken Forscher darüber nach, ob nicht doch auch bei ihm eine Unsterblichkeit erreicht werden könnte. Offenbar stirbt der Mensch unter anderem deshalb, weil er zu komplex gebaut ist. 

Plattwürmer, Nesseltiere, Schwämme: Wenn sie nicht gefressen werden oder einem Unfall erliegen, können sich einige von ihnen durch zumeist geschickte Teilungsprozesse über die Jahrhunderte retten. Der italienische Biologe Ferdinando Boero hat sogar eine Quallenart im Mittelmeer entdeckt, die nicht stirbt, weil sie sich stets von Grund auf erneuern kann."Turritopsos nutricola" verfügt über eine einzigartige Zellenstruktur, durch die sich dasselbe Tier immer wieder neu gebären lässt - so, als ob aus einem Schmetterling eine Raupe würde.

Der Biologe Torsten Richter von der Universität Hildesheim stellt in seinem Vortrag klar, dass Tod durch Alterung bei Tieren sowieso eher selten passiere, dies beim Menschen jedoch die Regel sei. Natürlich liegt das daran, dass Tiere auf andere Weise umkommen. Dennoch sei für die Unsterblichkeit des Menschen das größte Hindernis seine komplizierte Bauweise. 

"Sobald sich Organismen stärker ausdifferenzieren, tritt der Tod letztlich für das Individuum ein - als Preis für die Komplexität eines Organismus."

Trösten wir uns also mit dem Älterwerden: Richter hat auf der Tagung "Utopisch-dystopisch. Visionen einer idealen Gesellschaft" an der Universität Hildesheim im Herbst 2016 auch darüber gesprochen, dass wir im Durchschnitt immer später sterben. Jedes Jahrzehnt später geboren ist gleich einer gestiegenen Lebenserwartung um zweieinhalb Jahre. Doch mit etwa 110 Jahren sei Schluss. Genau dort befindet sich laut Richter eine ominöse Schallmauer.

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