China verleiht zwei Pandas an den Berliner Zoo - für jährlich 900.000 Euro Pacht. Der zukünftige Panda-Pfleger lernt gerade alles wichtige über Pandabrot und Pandapornos. 

Das Panda-Weibchen heißt Mengmeng, der Name ihres zukünftigen Partners ist Jiao Qing. Übersetzt bedeutet das 'Träumchen' und 'Schätzchen'. Die beiden leben noch für eine Woche in der chinesischen Panda-Aufzuchtstation in der Stadt Chengdu. Die 15-Millionen-Stadt liegt drei Flugstunden von Peking entfernt und ist ziemlich bekannt, weil dort über 100 Pandas leben. 

"Im Käfig, als wir dann mal direkten Kontakt haben konnten, habe ich ihr ein paar Stückchen Apfel zugesteckt und konnte sie dann auch mal an der Tatze anfassen - das lief schon alles sehr entspannt ab."
Christian Toll, zukünftiger Pfleger der Pandas im Berliner Zoo

Kurz vor ihrem Abflug nach Berlin am Samstag (24.06.) befinden sich die Pandas in Quarantäne. Besucher der Aufzucht-Station können normalerweise sehr nah ran an die Tiere und dürfen sich beispielsweise mit ihnen fotografieren lassen. 

Letzte Vorbereitungen auf den Umzug

Momentan wird sehr streng kontrolliert, wer zu den beiden Pandas darf. Einer, der die beiden sehen und sogar anfassen durfte, ist der zukünftige Pfleger aus dem Berliner Zoo, Christian Toll. Er freut sich schon auf die Ankunft der beiden Bären in Berlin. Außerdem werden die Tiere täglich darauf trainiert, sich in ihren Transportboxen - in denen sie die Zeit während des Fluges verbringen werden - wohl zu fühlen.

Christian Toll bekommt von dem bisherigen, chinesischen Tierpfleger noch letzte Tipps, worauf er bei der Pflege der Bären achten muss. Dass China die Tiere an Deutschland verleiht, ist auch eine symbolische Geste. Nur Länder mit denen China eine gute Beziehung hat, bekommen Pandas gegen eine Leihgebühr von 900.000 Euro im Jahr überlassen - auch Finnland und Dänemark gehören demnächst dazu. 

Pandabrot und Pandapornos

In der Aufzucht-Station in Chengdu muss Pfleger Christian täglich um vier Uhr morgens aufstehen, um zu lernen, wie Pandabrot gebacken wird. Das ist ein Spezialrezept, das den Tieren alles Notwendige zuführt. Das Brot enthält beispielsweise Hafermehl, Weizenmehl und Erdnussöl. 

Fortpflanzung ist schwierig

Nur wenige Tage im Jahr ist das Pandaweibchen fruchtbar. Das letzte Panda-Pärchen, das im Berliner Zoo gelebt hat, ist ganz ohne Nachwuchs geblieben. Die Mitarbeiter der chinesischen Aufzuchtstation empfehlen den Tieren Pandapornos zu zeigen. Das sind Filme, in denen die Tiere sich paaren. Es gibt Experten, die das für sinnvoll erachten, andere halten es für überflüssig. 

China verleiht Pandas nur noch

Der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt hat von China ein Panda-Paar geschenkt bekommen, dass er dem Berliner Zoo überlassen hatte. Seit 1982 verschenkt China keine Pandas mehr, sondern verleiht sie nur noch. Und nur an Länder, mit denen es gute Beziehungen pflegt. Wenn ein Pandajunges geboren wird, dann bleibt es eine ganze Weile bei der Mutter und muss dann, wenn es geschlechtsreif ist, wieder nach China zurück. 

Geld für den Artenschutz

Mit dem Verleihen von Pandas pflegt China seine diplomatischen Beziehungen und nimmt auch viel Geld ein, das das Land in den Artenschutz und die Erforschung von Pandas steckt.  

Gerade laufen die letzten Vorbereitungen für den Umzug von Panda-Weibchen Mengmeng und dem Männchen Jiao Qing. Bisher kennen sich die beiden noch nicht. Sie sollen im Berliner Zoo, in dem sie am Samstag (24.06.) erwartet werden, langsam aneinander gewöhnt. Der Zoo hofft darauf, dass die Tiere sich gut miteinander vertragen und dass sie sich irgendwann einmal Nachwuchs zeugen.