Der Austausch von Trikots gehört zum Fußball. Worauf man mal hinweisen darf: Getauscht werden dabei mitunter auch Hautkrankheiten.

Eigentlich wollte sich der Kroate Ante Rebic nach dem Spiel gegen Argentinien das verschwitzte Trikot von Superstar Lionel Messi besorgen, um damit einen Freund glücklich zu machen. Nach dem 0:3 der Argentinier gab Messi aber so dermaßen die beleidigte Leberwurst, dass Rebic sein Trikot gar nicht mehr haben wollte, sagt der. 

Bei Mats Hummels und Yasir Alshahrani war der Trikottausch nach dem WM-Testspiel zwischen Deutschland und Saudi-Arabien dagegen weniger ein Problem (Foto oben).

Hautschuppen und Bakterien

Martin Schütz von Deutschlandfunk Nova würde sich das Trikot eines Gegenspielers nach der Partie grundsätzlich auch abholen, verrät er. Sich das komplett durchgeschwitzte Teil dann aber auch noch überzuziehen, geht für ihn gar nicht.

"Das ist der Schweiß von anderen Menschen! Das finde ich ekelig!"
Martin Schütz, Deutschlandfunk Nova

Martin stört sich an der Möglichkeit, sich durch den Schweiß eine Hautkrankheit einfangen zu könnte. Das ist zugegebenermaßen nicht sonderlich wahrscheinlich, aber doch möglich.

"Wenn der Trikotträger etwa an seinem Rücken einen Hautpilz hätte oder eine Hautinfektion, dann wäre das theoretisch möglich, dass sich das über Hautschuppen oder Bakterien überträgt", sagt Peter Arne Gerber, Professor für Dermatologie an der Uniklinik Düsseldorf.

Vielleicht aus ähnlichen Gründen drehen viele Fußballer nach der Partie das getauscht Trikot erst mal auf links – und ziehen es dann erst über.

Hygiene über alles?

Aus hygienischer Sicht ist das sinnvoll, sagt Peter Arne Gerber. Denn so reduziere man die Gefahr, sich anzustecken. Falls jemand erkrankte Hautschuppen in das Trikot abgerubbelt hat, kommt die eigene Haut so nicht mit denen in Kontakt. 

Der Hautarzt Peter Gerber selbst gehört zum Lager der Trikottauscher - er spielt Basketball. Martin beruhigt aber auch das nicht. Er würde seine Trikottrophäe höchstens über die Schulter werfen.

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