Zwei Wochen haben sie miteinander unter dem Leitsatz "Zeit zum Handeln" diskutiert. Das Ergebnis der UN-Klimakonferenz ist nicht neu: Es verweist auf Ziele des Pariser Abkommens von 2015. Unser Umweltredakteur hat eine große Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit ausgemacht.

Ganze vierzig Stunden später als geplant war sie vorbei: die Klimakonferenz der Vereinten Nationen 2019 in Madrid (COP25). Zwei Wochen lang haben Vertreterinnen und Vertreter aus fast 200 Ländern miteinander diskutiert.

Das Ergebnis: Bis zum nächsten Jahr sollen die Staaten verbesserte Klimaziele vorlegen. Neu ist das nicht: Dieser Aufruf, der mehr oder weniger als Einladung für die Länder formuliert ist, steht in ähnlicher Form im Pariser Klimaschutzabkommen von 2015.

Das mache deutlich: Es herrscht eine große Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit, sagt Deutschlandfunk-Umweltredakteur Georg Ehring. Zwar seien die immer schriller werdenden Alarmrufe der Wissenschaft bei den Konferenzteilnehmenden angekommen, trotzdem haben sich die Debatten während des Klimagipfels in den kleineren Punkten des Pariser Abkommens verloren.

"Bei der Klimakonferenz in Madrid ist eine große Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit aufgetreten."
Georg Ehring, DLF-Wirtschaftsredaktion

Zum Beispiel haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer intensiv darüber gesprochen, ob ein Staat Klimaschutzprojekte in anderen Ländern umsetzen kann und sich selbst anrechnen lassen könne. Auch hier ist das Ergebnis gleich null. Die Bilanz: Die Klimakonferenz ist gescheitert. Dabei lautete der Leitsatz des Klimagipfels "Zeit zum Handeln".

Das liegt unter anderem an Staaten wie Brasilien, den USA und Australien. Sie würden Diskussionen bremsen und eine Einigung verhindern, erklärt Georg Ehring. Denn: Bei der UN gilt das Prinzip der Einstimmigkeit. Die Folge: Ein einzelner Staat oder eine kleine Staatengruppe kann eine Einigung aufhalten.

Trotz "Zeit zum Handeln" ist das Ergebnis gleich null

Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender der Grünen, fordert daher "die vernünftigen Staaten" zum schnellen Handeln auf. Kompensation durch einen Zusammenschluss vieler Staaten könne ein möglicher Weg sein, meint auch Georg Ehring. Die EU und China planen zum Beispiel einen gemeinsamen Gipfel für September 2020. Ein gemeinsames Handeln dieser Größenordnung könne auch andere Staaten zu mehr Klimaschutz motivieren, erklärt er weiter.

Gleichzeitig gilt: Sie sind kein Ersatz für Länder wie die USA, Brasilien und Australien. Auch wenn durch einen Zusammenschluss der EU und China eine große Menge an Treibhausgasemissionen eingespart würde, könne das die Welterwärmung nicht stoppen – alleine die USA stoßen am zweitmeisten CO2 aus.