Sie soll bei der Kontaktverfolgung helfen und so auch dabei, die Pandemie einzudämmen: die Corona-Warn-App. Gab es anfangs noch viel Kritik, haben inzwischen rund 25 Millionen Menschen die App auf ihr Smartphone heruntergeladen. Jetzt ist ein neues Update da - und mit ihm ein Kontakt-Tagebuch.

Angst um Datenschutz, technische Schwierigkeiten auf einigen Smartphones: Reibungslos lief es mit der Corona-Warn-App nicht immer. Jetzt ist ein neues Update verfügbar: Version 1.10.1. Damit verbunden ist die Möglichkeit, ein Kontakt-Tagebuch zu führen. Nutzerinnen und Nutzer können freiwillig Personen-, Ort- und Zeitangaben speichern und so die Kontaktverfolgung für die Gesundheitsämter weiter erleichtern.

Kontakt-Tagebuch als Gedächtnisstütze

Denn es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass wir uns jeden einzelnen Kontakt der vergangenen zwei Wochen immer merken und auch abrufen können. So sieht das Virologe Christian Drosten und plädiert dafür, die neue Funktion auch zu nutzen. Für jeden Tag lassen sich Begegnungen und Orte, an denen wir uns aufgehalten haben, festhalten - im Supermarkt, am Arbeitsplatz oder beim Spaziergang.

"Dieses Tagebuch ist persönlich und wird nur lokal auf dem Smartphone gespeichert."
Till Opitz, Deutschlandfunk Nova
Eine Hand hält ein Handy, auf dem das Kontakt-Tagebuch der Corona-Warn-App geöffnet ist.
© imago images/PA Images | Collage: Deutschlandfunk Nova

Im Fall der Fälle lassen sich die Daten dann exportieren und eine Liste mit Kontakten für den infrage kommenden Zeitraum erstellen. Wenn die Nutzerinnen und Nutzer das wollen, können sie diese Liste dem Gesundheitsamt zur Verfügung stellen - müssen sie aber nicht.

Nur die Hälfte trägt positives Testergebnis ein

Es gibt auch weiterhin keine Pflicht, ein positives Testergebnis mit der App zu teilen. Da ist derzeit noch viel Luft nach oben, meint Deutschlandfunk-Nova-Reporter Till Opitz. Denn: Nur gut die Hälfte aller Nutzerinnen und Nutzer trägt das eigene positive Testergebnis auch tatsächlich in die App ein.

"Die Daten sind sicher. Die deutsche Warn-App wird auch vom Chaos Computer Club gelobt."
Till Opitz, Deutschlandfunk Nova

Wie viele Menschen die Warn-App wirklich nutzen, lässt sich nur schätzen. Heruntergeladen wurde sie jedenfalls fast 25 Millionen Mal. Ob aber eine Person mehrfach die App runterlädt oder ob Bluetooth immer aktiviert ist, lässt sich nicht überprüfen. Laut einer bundesweiten Umfrage gibt aber jeder dritte Deutsche an, die App aktiv zu nutzen.

Wer die App ablehnt, tut das oft aus Angst vor Datenschutzmängeln, sagt Till Opitz. Der Chaos Computer Club hat allerdings bestätigt: In der deutschen Corona-Warn-App sind die Daten sicher.