Jetzt im Juni ist die Venus besonders gut am Abendhimmel zu sehen. Der Planet leuchtet sehr hell und wird deswegen häufig - aber fälschlicherweise - als Stern bezeichnet.

Die Venus wird gelegentlich als Abendstern bezeichnet, manchmal auch als Morgenstern - in Wirklichkeit ist es aber überhaupt keine selbstleuchtende Gaskugel, sondern ein Planet, der von der Sonne angestrahlt wird und deswegen so hell leuchtet. 

Zur leuchtenden Venus gesellt sich ein junger Mond im Erdschein

In diesen Tagen steht dieser Planet auch noch in der Nähe des jungen, zunehmenden Mondes, mit einem Phänomen, das sich Erdschein nennt. "Da kann man den eigentlich dunklen Teil der Mondoberfläche noch so ein bisschen schimmern sehen, weil er vom zurückgeworfenen Licht der Erde angestrahlt wird", erklärt der Astrophysiker Michael Büker.

"Das verspricht, ein sehr schönes Schauspiel zu werden. Die beste Gelegenheit ist nach Sonnenuntergang, zwischen 22 Uhr und 23 Uhr."
Michael Büker, Astrophysiker

Michael Büker empfiehlt, kurz nach Sonnenuntergang Richtung Westen zu schauen, um das Schauspiel zu beobachten. Idealerweise in einem Park oder an einem Fluss - also an Orten, wo es schön dunkel ist, und wo wir ein bisschen ins Weite blicken können."

"Die Venus genießen, aber dafür am besten auf der Erde bleiben."
Michael Büker, Astrophysiker

Die Venus strahlt deswegen so besonders hell, weil sie komplett von einer Wolkendecke eingehüllt ist. Und die reflektiert das Licht der Sonne. Unter dieser Wolkendecke herrschen auf dem Planeten extreme Bedingungen: "Auf der Oberfläche der Venus herrschen Temperaturen von über 450 Grad, da herrscht ein Druck von 90 Bar, das ist so, wie wenn man einen Kilometer unter der Wasseroberfläche wäre", sagt Michael Büker. Die besten Roboter, die bisher auf der Erde gebaut worden sind, haben bei einem Besuch auf der Venus nur wenige Stunden überlebt. 

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