226,5 Kilogramm pro Person an Verpackungen landen pro Jahr im Müll. Die Zahl zeigt: Trotz weniger Plastiktüten im Supermarkt oder Mehrwegnetzen für Obst und Gemüse, steigt der Verpackunsgmüll weiter. Das Umweltbundesamt fordert daher unter anderem mehr Mehrwegsysteme.

Wir produzieren weiterhin Tonnen an Müll: Insgesamt 18,7 Millionen Tonnen Verpackungsmüll haben sich 2017 in Deutschland angesammelt – das sind drei Prozent mehr als 2016. Das Bundesumweltamt spricht in einem aktuellen Bericht daher von einem Rekordhoch.

Pro Kopf und Jahr landen damit 226,5 Kilogramm an Verpackungen in der Tonne. Unsere gestiegene Müllproduktion liege unter anderem an den etlichen Verpackungen, die wir benutzen – beziehungsweise benutzen müssen, sagt die Präsidentin des Umweltbundesamtes Maria Krautzberger.

Wir brauchen mehr Mehrweg und weniger unnötige Verpackungen

Wir kaufen zum Beispiel Zahnpasta, die zusätzlich noch mal verpackt ist, greifen zum kleinportionierten, in Kunststoff verpackten Obst für unterwegs und bestellen unsere Klamotten online, statt in den stationären Handel zu gehen: Kleine Portionen, Essen-To-Go und der Onlineversand führt das Bundesumweltamt mitunter als Hauptgründe für die Müllzunahme auf. Knapp die Hälfte des Verpackungsmülls kommt von uns – den Privathaushalten.

"Der Bericht nennt vor allem den Onlineversand und den Trend zu kleinen Portionen als Grund für die hohen Zahlen."
Ines Grunow, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichten

Aber auch die Industrie trägt zu den 18,7 Millionen Tonnen Verpackungsmüll bei: Einerseits sollte es schon bei der Produktion zu weniger Abfällen kommen, so das Umweltbundesamt, andererseits wird die Forderung nach einem Ausbau des Mehrwegsystems immer lauter. Maria Krautzberger fordert die Industrie auf, unnötig materialintensive Verpackungen zu vermeiden.

In Zahlen heißt das: Die Recyclingquote für Glas liegt bei 84,4 Prozent, gefolgt von Papier beziehungsweise Karton mit 87,6 Prozent. Mit 92,2 Prozent konnte Stahl am besten wiederverwertet werden. Im Vergleich dazu schneidet die Recyclingquote von Verpackungsmüll aus Plastik am schlechtesten ab – 49,7 Prozent kommen auf den Recyclinghöfen an.

"Diese 50 Prozent sind der Plastikverpackungsmüll, der tatsächlich auf dem Recyclinghof ankommt."
Ines Grunow, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichten

Laut Umweltbundesamt ist aus der Plastik-Recyclingquote allerdings nicht ablesbar, welcher Anteil tatsächlich wiederverwertet wird. Denn: In Teilen werden Kunststoffverpackungen verbrannt oder in andere Länder verschifft. Zudem bestehen viele Plastikverpackungen aus unterschiedlichen Materialien oder sind teilweise so aufwendig produziert, dass sie schwerer recycelt werden können. Diese Faktoren sollen im nächsten Jahr mit in die Erhebungen fließen.

Seit Januar 2019 neues Verpackungsgesetz

Die Zahlen könnten sich in den kommenden Jahren verbessern, seit dem 1. Januar 2019 gilt nämlich ein neues Verpackungsgesetz: Zum Beispiel sollen mindestens 58 Prozent der Kunststoffverpackungen dann wiederverwertet werden. Ob das klappt, bleibt abzuwarten.