Zu wenig Vitamin A? Das ist in Deutschland kein Problem - in anderen Teilen der Welt schon. Unserer Reporterin Verena von Keitz hat sich die aktuelle Unicef-Warnung angesehen.

Damit unsere Augen gut funktionieren, braucht unser Körper Vitamin A.  Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen Unicef, macht darauf aufmerksam, das in Ländern mit Mangelversorgung insbesondere Vitamin-A-Mangel zum Problem werden könnte.

Unserer Reporterin Verena von Keitz hat sich den Bericht der Unicef angesehen. Gerade in Ländern mit hoher Kindersterblichkeit, vor allem auf dem afrikanischen Kontinent und in Südasien, haben mehr als ein Drittel der Kinder im Jahr 2016 keine Vitamin A-Ergänzungsmittel bekommen.

Das betrifft 141 Millionen Kinder. Und das Erschreckende sei, dass es im Vergleich zu den Vorjahren wieder mehr Kinder geworden sind.

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Seit langem gibt es weltweit Programme, mit denen Kinder zwischen sechs Monaten und fünf Jahren zweimal jährlich hoch dosiertes Vitamin A bekommen - über die nationalen Gesundheitssysteme oder auch im Rahmen von Impfkampagnen.

Insgesamt hat sich die Vitamin-A-Versorgung durch diese Programme seit dem Jahr 2000  sehr verbessert. Die Gabe von hoch dosierten Vitaminkapseln ist eine schnelle und kostengünstige Methode, um Vitamin-A Mangel zu verhindern. Viele Studien zeigen auch, dass so die Kindersterblichkeit um 12 bis 25 Prozent gesenkt werden kann. Sorgen bereitet dem Kinderhilfswerk aber, dass es aktuell einen Knick bei der Versorgung gibt.

Wofür Vitamin A wichtig ist:

  • für die Augen (Vitamin A Mangel führt oft zu Blindheit)
  • schützt den Körper bei Masern oder Durchfallerkrankungen

Viele Kinder in Ländern mit einem niedrigen Pro-Kopf-Einkommen sterben an genau diesen Krankheiten, weil sie nicht genug Vitamin-A-Reserven haben und der Impfschutz noch nicht flächendeckend ist.

Vitamin-A-Mangel lässt sich eigentlich schon durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung vermeiden. Aber gerade die betroffenen Länder haben oft mit Mangelernährung  zu kämpfen.

Maisbrei allein reicht nicht aus

Dort besteht die tägliche Mahlzeit zum Beispiel hauptsächlich aus Maisbrei, und in dem fehlt Vitamin A. Eigentlich steckt das Vitamin in vielen Lebensmitteln: in Leber, Leberwurst, Eiern und Käse, aber auch in pflanzlichen Lebensmitteln wie Möhren, Spinat, Grünkohl, Paprika. In diesen Gemüsesorten ist Betakarotin enthalten und das ist eine Vorstufe von Vitamin A.

Bei uns ist Vitamin-A-Mangel so gut wie ausgeschlossen. Allerdings gab es vor Kurzem tatsächlich einen Fall in Deutschland. Die Eltern eines Elfjährigen hatten ihrem Sohn eine strenge Diät verordnet. Der ist dann  wegen Vitamin-A-Mangels erblindet.

Normalerweise ist Vitamin-A-Mangel hierzulande kein Problem, weil unsere Ernährung so vielfältig und Vitamin A in vielen Lebensmitteln enthalten ist. Künstliche Vitamin-A-Kapseln braucht ihr also nicht zu essen - eine Karotte jeden Tag reicht völlig aus.

Mehr zum Thema Kinder und  Mangel:

  • Unicef-Report | Coverage At A Crossroads - New directions for vitamin A supplementation programmes (PDF)
  • Kinder in Syrien | Katastrophale Zustände
  • Erziehung | Drei von vier Kinder kennen Gewalt