Die körperliche Entwicklung des Menschen ist im Vergleich zu Tieren viel langsamer. Der Grund: Kleinkinder stecken mehr Energie in das Wachstum des Gehirns als in den Körper.

Anthropologen der Northwestern Universität in Illinois haben herausgefunden, dass Kinder im Alter von vier oder fünf Jahren das körperliche Wachstum so gut wie einstellen. Zwei Drittel der gesamten Energie geht in die Ausbildung des Gehirns - so viel Energie erhält unser Gehirn nur einmal im Leben. Kinder in diesem Alter sind auch weniger aktiv, toben und spielen weniger, denn 43 Prozent der Energie beansprucht das Gehirn. Der Verbrauch ist doppelt so hoch gegenüber einem Gehirn eines Erwachsenen. Die Energie wird vor allem in Form von Glucose geliefert.

Hoher Glucosebedarf

Glucose ist dabei aber nicht nur Energielieferant, sondern dient auch der Herstellung von Eiweißen, die wiederum für den Aufbau von Synapsen zwischen den Nervenzellen benötigt werden. Glucose ist aber nicht gleich Zucker oder Süßigkeiten. Glucose wird auch aus anderen Nährstoffen wie Eiweißen und Fetten hergestellt.

Bislang gingen die Forscher davon aus, dass im Säuglingsalter die meiste Energie in das Gehirnwachstum fließt. Die aktuelle Untersuchung hat gezeigt, dass Säuglinge mehr Energie in das Körperwachstum stecken.