Die Westküste der USA steht in Flammen. Insgesamt sind mehr als 16.000 Feuerwehrleute im Einsatz, um die Großbrände in Kalifornien und Oregon zu löschen. In Deutschland hingegen hatten wir in diesem Jahr bisher Glück - anders als 2019, als auch bei uns große Wälder gebrannt haben, vor allem in Brandenburg.

"Wenn wir die Klimaprojektionen anschauen, müssen wir davon ausgehen, dass das sogenannte Feuerwetter – also Wetterbedingungen, in denen sich Feuer gut und schnell ausbreitet – häufiger werden", sagt Alexander Held, Waldbrandexperte am European Forest Institute in Bonn. Weil wir in einem Land leben, in dem es noch viel Wald gibt, sei es wahrscheinlich, dass Waldbrände häufiger werden. Vor allem die heißen und trockenen Sommer der vergangenen Jahre bestätigen diesen Trend.

Klimaveränderungen und Borkenkäfer

Brandenburg und Niedersachsen sind besonders gefährdet, was Waldbrände anbelangt, sagt Alexander Held. Kiefernwälder mit sandige Böden bieten dort ideale Bedingungen. Durch die Klimaveränderungen kommen noch weitere Gebiete mit Waldbrandgefahr hinzu, etwa Mittelgebirge mit Wäldern an südlichen Hanglagen. Denn alles, was Sonne abbekomme, sei vorgewärmt und leichter entzündbar, so der Waldbrandexperte.

"Der Klimawandel spielt eine Rolle. Aber zu sagen, nur der Klimawandel ist Schuld und alles andere steht hinten an – das greift zu kurz."
Alexander Held, Waldbrandexperte

Wenn dann noch der Borkenkäfer zuschlägt – wie in den letzten zwei Jahren – dann seien im Prinzip sehr viele Wälder gefährdet. Unter anderem auch Gegenden, wie etwa Baden-Württemberg, in denen der Grundwasserpegel durch die Trockenheit stark abgesunken ist. Der Boden trockne dann aus, der Wald stirbt ab und totes, trockenes Holz ist bestes Brennmaterial.

"Natürlich würde die Natur von alleine aufforsten."
Alexander Held, Waldbrandexperte

Alexander Held weist darauf hin, dass Wälder mit Monokulturen anfälliger sind für Borkenkäfer - und am Ende auch für Waldbrände. In Teilen des Sauerlands oder im Schwarzwald beispielsweise stehen nur Fichten. Hätte man Mischwald angelegt, "dann würde man jetzt keine kahlen Flächen sehen, sondern da würde Naturverjüngung stehen, mit verschiedenen Baumarten", sagt Alexander Held.